Ende Jänner 2017 hat nun US-Präsident Donald Trump die Liste um sieben Staaten mit vorwiegend muslimischer Bevölkerung erweitert: Bürgern aus Syrien, Somalia, Eritrea dem Jemen, Iran, Irak und dem Sudan ist es temporär auf 120 Tage nicht erlaubt in die USA zu reisen. Der Grund: Stopp einer weiteren Infiltration des islamistischen Terrors. Das Dekret wurde zwischenzeitlich aufgeweicht, bekämpft, und in Europa und den USA empört kommentiert. Medien lieferten die passenden Bilder und die Botschaft, eine lückenlos geeinte westliche Phalanx im Kampf gegen Donald Trump, setzte sich in den Köpfen der Menschen fest.

Bei einem Lokalaugenschein in New York ergibt sich ein doch etwas differenzierteres Bild. Wohl werden in der Ankunftshalle des JFK Airport Menschen mit Spruchbändern „ If you are a person from Iran, Irak or Syria! We need you as a volunteer!“ aufgefordert, sich an diversen Anti-Trump-Aktionen zu beteiligen. Wohl fühlt sich auch das „City Museum of N.Y.“ bemüßigt, die besonderen Verdienste der Moslems New Yorks in einer Sonderausstellung zu würdigen. Auch unterbricht das eine oder andere Spruchband die grell bunten Werbungen am Times Square. Aber niemand entschuldigt sich automatisch vor dem Touristen aus Europa für den Präsidenten, ebenso ist kein Fremdschämer weit und breit zu sehen.

Anti-Trump Buttons sucht man vergebens auf des US-Bürgers Kleidung, wiewohl auch Rucksäcke und Taschen frei dieser politisch inspirierten Accessoires sind. An die Instrumente der österreichischen Demokratie gewöhnt, hofft man zumindest auf Unterschriftenlisten, Flugbätter oder Protestmärsche. Nicht einmal am Washington Square, dem Herzen des universitären Lebens, werden diese Erwartungen erfüllt. Mahnwache vor dem Trump Tower? Fehlanzeige. Fast unbemerkt ragt der Riese an der Fifth Avenue in den Himmel, und wären davor nicht Beamte des Secret Service positioniert, man würde achtlos an ihm vorbeischreiten. Sogar die Freiheitsstatue begrüßt bar jeder Manipulation weiterhin die ankommenden Schiffe.

Der „Trumpf“ gegen Trump ist die Rassistenkarte. Diese Methode entfaltet jenseits wie diesseits des Atlantiks ihre Wirkung und fungiert als reines Totschlagargument. „They always do it. The first thing they do with the Republicans or Conservatives it the racist card, they pull out the racist card“, so Trump in der „New York Post” vom 8. Februar. Ebenso entfalten Fake News ihre schädliche Wirkung. Falschmeldungen, die als Wahrheiten verkauft werden, gehören daher schleunigst auf eine Watchlist.

 

[Text: B. H.; Bild: Alex Proimos/wikimedia.org]