Kärnten ist anders. Meint man gemeinhin. Nicht allerdings, was den Zustand der SPÖ betrifft. Da nämlich trägt man zur Demontage und Zerstörung der einstigen Arbeiterpartei genauso konsequent bei wie aus Restösterreich.

Luca Kaiser will nämlich ganz nach oben. Allerdings ohne jemals unten angefangen zu haben. Nach dem Motto: „Der Papa wird’s schon richten“ – tuschelt zumindest der gehässige Volksmund ohne zu sehen, dass der Sproß des Herrn Landeshauptmanns auf eine beachtliche Karriere zurückblicken darf: 24 Jahre alt, das Studium der Politikwissenschaften noch nicht abgeschlossen, und nebenher auch noch parlamentarischer Mitarbeiter eines SPÖ-Nationalratsabgeordneten. Also keine Rede von „Vetternwirtschaft“ und „Sippenschübe“. Hier steht doch wohl eindeutig die Qualifikation im Vordergrund! Einem so emsigen Quereinsteiger – noch völlig unverbraucht vom mottigen Parteienduft – sollte man zumindest eine Chance geben.

Und sogleich verkündete der junge Aufsteiger mit der wallenden Mähne: „Ich werde bereits die nächsten Tage nutzen, um mich, meine Haltung und Weltanschauung zu präsentieren.“ Zu schade nur, dass er sie zu diesem Zeitpunkt bereits präsentiert hatte: Einige Tage zuvor nämlich ließ er seine bescheidene Fangemeinde, die mehr „Tweets“ als „Follower“ aufweist, via Twitter wissen, dass Österreich eine „Nazion“ mit einem „scheiß Innenminister“ sei.

Wenn nun Österreich – dem Gedanken folgend – gemeinhin eine „Nazion“ sei: Ist nicht jeder gewählte Vertreter dieser „Nazion“ automatisch auch ein „Nazi“? Das allerdings wirft nun die Frage auf, warum Luca Kaiser ausgerechnet die Auslandsvertretung einer „Nazion“ anstrebt und sein Herr Papa in Klagenfurt gar Landeshauptmann dieser faschistoiden „Nazion“ spielt? Oder fehlt Herrn Kaiser junior schlicht jene Gabe zur vielbeschworenen „Differenzierung“, die sonst von „bösen rechten Hetzern und Schwarz-Weiß-Malern“ so häufig eingefordert wird?

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/Andreas Sucher, Büro Peter Kaiser (press release); Lizenz: CC BY-SA 3.0]