Was nicht sein darf, kann nicht sein. So lautet der Grundsatz der Lügenpresse – nicht nur hierzulande, sondern auch in Frankreich. „Le Choc“ („Der Schock“) titelten am Montag die Tageszeitungen „L’Humanite“ und „Le Figaro“. Und die linke „L’Humanite“ setzte noch eines drauf und schrieb von den „braunen Schatten der Regionalwahlen 2015“. Den gutmenschlichen Schreiberlingen geht es also nicht um Information, sondern um politische Agitation.

Der „Schock“ bezieht sich auf das Ergebnis der ersten Runde der französischen Regionalwahlen. Denn der patriotische Front National von Marine Le Pen erreichte in sechs von 13 Regionen die Mehrheit und kam im Landesdurchschnitt auf 28 Prozent. Le Pen und ihre Nichte Marion Marechal-Le Pen holten in ihren Regionen im Norden und im Südosten des Landes sogar jeweils rund 40 Prozent der Stimmen. In einer ersten Reaktion bezeichnete Marine Le Pen den Front National als „erste Partei Frankreichs“ und erklärte, „wir sind dazu berufen, die nationale Einheit zu erreichen, die das Land braucht“.

Die Republikaner, ein vom früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy angeführtes Bündnis erreichte mit landesweit 27 Prozent den zweiten Platz, wären sich die Sozialisten des amtierenden Staatspräsidenten Francois Hollande mit 23 zufriedengeben mussten. Bei der zweiten Wahlrunde am kommenden Sonntag werden die Sozialisten in zwei Regionen nicht antreten. Dies geschieht in der Hoffnung, dass ihre Wähler geschlossen Sarkozys Republikaner wählen und so einen Sieg des Front National verhindern.

 

 

Text: B. T.
Bild: Le Figaro/twitter.com