Das Hamburger Magazin „Stern“ hat wieder einmal ordentlich danebengegriffen. Auf der Titelseite der neuesten Ausgabe ist US-Präsident Donald Trump, stramm stehend und eingehüllt in die US-Fahne, zu sehen, wie der den rechten Arm zum Hitler-Gruß erhebt. Zudem ist die Zeile „Sein Kampf“ sowie die Unterzeile „Neonazis, Ku-Klux-Klan, Rassismus: Wie Donald Trump den Hass in Amerika schürt“ zu lesen.

Scharfe Kritik am „Stern“-Titelbild kommt vom Zentralrat der Juden in Deutschland. Für dessen Präsident Josef Schuster ist die Darstellung von Trump als vermeintlich neuer Hitler „geschmacklos und völlig deplatziert“. Trumps Umgang mit den angeblich rassistischen Kundgebungen in Charlottesville lasse sich zu Recht kritisieren, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“: „Präsident Trump sollte energisch gegen die Rechtsextremisten im eigenen Land vorgehen und sie nicht mit den Gegendemonstranten gleichsetzen“. Kein Verständnis hat der Präsident des Zentralrates der Juden hingegen für den Vergleich mit Hitler: Präsident Trump aber mit Hitlergruß und dem Untertitel ,Sein Kampf' abzubilden, verharmlost das eliminatorische Wirken der Nationalsozialisten und relativiert Hitlers ideologische Propagandaschrift ,Mein Kampf'.“

Der „Stern“ ist bekannt für seine journalistischen Fehlgriffe. In bester Erinnerung ist noch die 1983 erfolgte Veröffentlichung der „Hitler-Tagebücher“, die sich jedoch bald als Fälschung herausstellten. Damit produzierte das Magazin den wohl größten journalistischen Skandal in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mit Spannung wird zu beobachten sein, welche Sensation der „Stern“ als nächstes veröffentlicht. Vielleicht die Trump-Memoiren?

 

[Text: A. M.; Bild: Screenshot Stern]