Wer die ORF-Berichterstattung zur Bundespräsidentenwahl am Sonntag mitverfolgt hat, weiß nun sicher, dass der ORF nicht gerade zimperlich mit Fakten umgeht und entsprechend alles dafür tut, eine gewisse politische Linie und Sache zu verbreiten, die mit objektiven Journalismus nur mehr wenig zu tun hat.

 Wenn schon im Vorfeld bei der wichtigsten TV-Konfrontation zwischen Norbert Hofer und Alexander van der Bellen mit der Wahrheit unter Missachtung jeglicher journalistischen Sorgfaltspflicht zu Ungunsten des freiheitlichen Kandidaten umgegangen worden ist, haben die TV-Macher am Küniglberg am Sonntag dem Fass den Boden ausgeschlagen.

 Stundenlang hat man ausschließlich die Hochrechnung des Sora-Institutes gebracht, die sogar eine höchst fragwürdige Stimmenprognose inklusive der erst am Montag ausgezählten Wahlkarten beinhaltete, wonach Norbert Hofer 3.000 Stimmen hinten liegen würde. Parallel dazu konnte man auf ATV eine Prognose der ARGE Wahlen finden, die Hofer um 20.000 Stimmen vorne sahen.

 Dazu der Umstand, dass man erst unter ferner liefen um etwa 22 Uhr in der ZiB 2 mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis herausrückte, welches aber schon seit 19.30 Uhr feststand. Bei diesem lag Hofer nicht gleichauf mit van der Bellen, sondern kam mit 51,9 Prozent und 145.000 Stimmen deutlich vor dem grünen Professor zu liegen.

 Zu allem Überfluss war dann noch die Berichterstattung in diversen Kurzreportagen der ZiB, die dem unbedarften Zuseher den Eindruck vermittelten, dass van der Bellen haushoch gesiegt hätte, während Hofer nur mit Angst- und Panikmache überhaupt ein paar arme, „ungebildete“ Österreicher verführen konnte, bei ihm das Kreuzchen zu machen.

 

[Text: F.-W. M.; Bild: Thomas Ledl/Wikimedia.org]