In den französischen Gefängnissen werden gewöhnliche moslemische Kriminelle massenhaft radikalisiert, wie Frankreichs Justizminister Jean-Jacques Urvoas in einem Interview mit dem Radiosender „Europe 1“ sagte: „Es gibt Leute, die wegen gewöhnlicher Delikte inhaftiert wurden und dann im Gefängnis radikalisiert wurden (...) Nun kann ich Ihnen mit ziemlicher Sicherheit die Zahl nennen: 1.300 Personen.“ Darüber hinaus sitzen in den französischen Haftanstalten 340 Islamisten ein, die wegen Straftaten in Verbindung mit terroristischer Aktivitäten verurteilt wurden.

In der sozialistischen Regierung, die der Einwanderung, auch aus islamischen Ländern, positiv gegenübersteht, macht sich wegen der Radikalisierung der Einwanderer zunehmend Ratlosigkeit breit. Der Justizminister musste eingestehen, man wisse nicht, was man mit den radikalisierten Straftätern machen soll: „Entweder bringen wir all diese radikalisierten Leute zusammen und riskieren, dass ein gemeinsames Bewusstsein aufgebaut wird. Oder wir trennen sie, haben dann aber das Risiko, dass jeder einzelne auf Seelenfang geht.“

In Frankreich besteht aber auch außerhalb der Gefängnismauern ein gewaltiges Sicherheitsrisiko, das von Islamisten ausgeht. Die Zeitung „Le Journal Du Dimanche“ schrieb, dass in Frankreich 15.000 Personen von den Sicherheitsbehörden überwacht werden, weil sie eine terroristische Gefahr darstellen könnten. Unter Berufung auf Daten des Innenministeriums und des Büros des Generalstaatsanwalts berichtete die Zeitung, dass 4.000 der überwachten Personen „wahrscheinlich in Aktion treten werden“ und deshalb besonders genau beobachtet werden. Darüber hinaus sind 18 Prozent der überwachten Islamisten minderjährig, und der jüngste potentielle Terrorist ist gar erst elf Jahre alt. Zudem sollen 2.000 Verbindungen zu dschihadistischen Netzwerken pflegen.

 

[Text: B. T.; Bild: Doliphant/flickr]