Was vermutet worden war, wurde nun vom Pariser Staatsanwalt Francois Molins bestätigt: Der Massenmassenmörder von Nizza, der am 14. Juli bei einer Amokfahrt mit einem Lastwagen 84 Menschen getötet hatte, hatte Komplizen. „Die Ermittlungen seit der Nacht des 14. Juli erlauben uns nicht nur, erneut die vorsätzliche Natur von Mohamed Lahouaiej-Bouhlels tödlichem Akt zu bestätigen, sondern auch zu beweisen, dass er von Unterstützung profitierte und bei der Vorbereitung und Ausführung seines Verbrechens Komplizen hatte“, sagte Molins bei einer Pressekonferenz.

 Unterstützt wurde der in Frankreich lebende Tunesier von vier Männern und einer Frau im Alter zwischen 22 und 40 Jahren. Bei den Komplizen, die festgenommen wurden, handelt es sich um einen Tunesier, zwei französische Staatsbürger tunesischer Herkunft, einen Albaner und einer französischen Staatsangehörigen albanischer Herkunft. Die Herkunft der mutmaßlichen Komplizen wird auf der Internetseite des ORF übrigens in politisch korrekter Manier verschwiegen. In dem Artikel auf orf.at heißt es nur: „Bei ihnen handelt es sich um vier Männer im Alter von 22 bis 40 Jahren und eine 42 Jahre alte Frau.“

 Wie die französischen Ermittler herausgefunden haben, hat die Terrorzelle den Massenmord über Monate hindurch geplant. Damit scheinen die Behauptungen Lahouaiej-Bouhlel habe sich „spontan“ radikalisiert, unglaubwürdig. Abgehörte Telefonate, abgefangene Textnachrichten sowie Einträge in sozialen Netzwerken lassen kaum einen Zweifel übrig, dass es sich bei Lahouaiej-Bouhlel und seinen Unterstützern um Islamisten handelt. So kommentierte einer der Verdächtigen den Terroranschlag auf die Redaktion des umstrittenen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ folgendermaßen: „Ich bin glücklich, dass die Soldaten Allahs die Arbeit zu einem Ende gebracht haben“. Und einer der Komplizen schrieb an den Massenmörder: „Räume 2.000 Tonnen Metall in den Laster, sch..... auf die Bremsen, und ich werde zusehen.“

 

[Text: B. T.; Bild: Michel Abada/wikimedia.org]