Gerade hatte der neue Fraktionsvorsitzende der CDU im sächsischen Landtag Christian Hartmann laut darüber nachgedacht, ob in dem Bundeslandeine schwarz–blaue Koalition möglich wäre, kamen von der Bundeskanzlerin und der ihr im Auftreten so ähnlichen Frau Generalsekretärin mit dem fortschrittlichen Bindestrich-Doppelnamen die Befehle, dies nicht zu tun. Früher wären die virtuellen Vollstreckungsbeamten Merkels ausgerückt, um den Quertönen die Flötentöne beizubringen.
Martin Hohmann, Friedrich Merz, Saskia Ludwig, Henry Nitzsche, Wolfgang Bosbach... eine fast unendliche Liste der Dissidenten. Man fühlt sich förmlich an den Italo-Western „Leichen pflasternseinen Weg“ erinnert. Es war die politische Reserve einer Partei, die Merkel „platt“ machte. Die CDU gefiel sich darin, mit steigender Geschwindigkeit dem Abgrund zuzustreben.
Aber inzwischen ist manches anders, als Merkel nach Art der mittelalterlichen Teufelsaustreibung Martin Hohmann aus der CDU mobbte. Hohmann sitzt wieder im Bundestag … aber ebennicht mehr für die CDU. Die Zeiten, wo die Kanzlerin mit der der Drohung der sozialen Ausbürgerung die Lemminge wieder auf Kurs brachte, sind vorbei. Gewiss hat eine politisch offenbar vollkommen erblindete SPD ihr noch einmal – ein letztes Mal – den Kanzlersessel gesichert, aber die Aufsässigen kommen herausgekrochen und proben den Aufstand. Ihr getreuer Volker Kauder (Zyniker dichteten, alle Gewalt geht vom Volker aus) wurde bei Wahl des Fraktionsvorsitzenden nicht – wie anzunehmen war – mit einem Gegenkandidaten beschädigt, sondern „abgesägt“...

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der ZurZeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk.

[Text: A.S.; Bild: wikipedia.org/Michael Lucan; Lizenz: CC-BY-SA 3.0]