Das Ende der politischen Ära Merkel ist in Sicht. Und da sie nun nichts mehr zu verlieren hat, macht sie aus ihrem Herzen keine Mördergrube mehr und sagt endlich glasklar, was sie sich klammheimlich seit Jahren so denkt. So ließ die Langzeitpolitikerin das EU-Parlament in Straßburg unter Buh-Rufen patriotischer Abgeordneter wissen: „Wir sollten an der Vision arbeiten, eines Tages auch eine echte europäische Armee zu schaffen" … „Das wäre keine Armee gegen die NATO, sondern eine Ergänzung." So klar, so unverblümt, ja, so unverschämt ehrlich wagte noch keiner die Idee eines europäischen Bundesstaates in Abhängigkeit der USA und ihrer NATO über die Lippen zu bringen. Respekt, Madame!

Weiters lobt Merkel in ihrer halbstündigen Oratio jenen Schengenraum, den sie selbst durch ihre verfehlte Einwanderungspolitik außer Kraft gesetzt hatte, spürt im EU-Parlament den „Herzschlag der europäischen Demokratie“ – vergaß allerdings geflissentlich, den Lungenflügel der Lobbyisten zu erwähnen – und sie schwärmte von der „Solidarität“ als „Teil der europäischen DNA“ sowie von der Toleranz als „Seele Europas“. Ihre Berater scheinen ihr also versehentlich eine Rede der letzten Esoteriksitzung zugesteckt zu haben.

Als sie schließlich von „Kriegen“ räsonierte, die „nur wenige Flugstunden vor unserer Haustür“ stattfänden, schien die Frage der ratlosen Zuhörer sich dahingehend zu verlagern, was genau die Gute vor ihrem Auftritt wohl zu sich genommen haben könnte.

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia/European People's Party; Lizenz: CC BY 2.0]

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