Die Jahre, in denen die CDU ohne bürgerliche Konkurrenz an ihrer rechten Seite schalten und walten konnte, scheinen vorbei. Franz Josef Strauß’ Forderung, es dürfe keine demokratisch legitimierte Kraft rechts von der Union geben und Heiner Geißlers gehässiges Wort: „Rechts kommt nur noch der Friedhof“ dürften endgültig der Geschichte angehören. Hatte Angela Merkels Euro-Rettungspolitik der Alternative für Deutschland den Sprung in das Europaparlament und in fünf Landesparlamente ermöglicht, dürfte ihre verantwortungslose „Flüchtlingspolitik“ das Ende der Volkspartei CDU einläuten und den Aufstieg der AfD zu zweistelligen Umfrageergebnissen ermöglichen.

Merkels Machtkonstrukt basiert auch auf der Zweit- und Drittklassigkeit ihres Politpersonals, das auf weiteren Geldfluß aus der Politik angewiesen ist, da es in der „freien Wirtschaft“ als nicht resozialisierbar gilt. Gestalten wie Pofalla, Altmaier, Gröhe, von der Layen und andere würden ohne politische Protektion in einem Wirtschaftsunternehmen möglicherweise Schwierigkeiten haben, einen Job als Pförtner oder Reinigungskraft zu erhalten.

Weil das so ist, schauen die „Volksvertreter“ nicht nur nach Gefahren im Lager der bürgerlichen Konkurrenz, sondern auch in den Umfragen. Abseits von zweifelhaften Erhebungen zur Glaubwürdigkeit von öffentlich rechtlichen Medien – WDR publizierte jüngst 77 % oder der Zustimmung in der Bevölkerung zu noch mehr „Flüchtlingen“ – gibt es seit einigen Wochen einen Bruch in den Umfragen zur Wahlbereitschaft zu Gunsten der CDU. Erreichte Merkel bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 „phantastische“ 41,5 % für die CDU, ein Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag und ein knappes Scheitern der AFD, ist die Situation heute eine andere. Kaum ein Institut – nicht einmal Manfred Güllners FORSA – traut sich heute noch, die AfD unter 5 % zu „messen. Der Trick bei derartigen Umfragen ist, daß sie zumindest glaubwürdig erscheinen müssen. Die CDU marschiert dort fast ungebremst Richtung 30 %. Wenn diese „Schallmauer“ durchbrochen wird, droht Merkel der Sturz. Viele Bundestagsabgeordnete sehen bei der kommenden Bundestagswahl ihre Einkommensquelle in Gefahr.

 

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Bild: Metropolico.org/flickr