Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Diese Volksweisheit hätte die Schauspielerin und Filmproduzentin Asia Argento beherzigen sollen, als sie im Herbst 2017 gegen den Hollywood-Filmproduzenten Harvey Weinstein Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhob und damit zu einer Vorreiterin der #MeToo-Bewegung wurde. Denn wie nun die „New York Times“ nun aufgedeckt hat, „arrangierte“ sich Argento still und leise mit einem jungen Mann, der die gebürtige Italienerin eines sexuellen Übergriffs beschuldigte.
2013 soll Argento, damals 37 Jahre alt, in einem Hotelzimmer in Kalifornien mit dem damals 17-jähriger Schauspieler und Rockmusiker Jimmy Bennett Sex gehabt haben, was rechtliche Konsequenzen gehabt hätte. Denn in Kalifornien liegt das Schutzalter bei 18 Jahren. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf den E-Mailverkehr der Anwälte berichtet, soll Argento Benett 380.000 US-Dollar Schweigegeld gezahlt haben.
Die Schweigegeldzahlung sollte eine „Hilfe“ für Bennett sein. Denn als er nach dem Geschlechtsverkehr mit der um 20 Jahre älteren Frau auf der Heimfahrt war, hätte er sich verwirrt, beschämt und geekelt gefühlt. Die Erfahrung habe ihn traumatisiert und seiner Karriere geschadet. Der Zeitung zufolge verdiente Bennett, der in den USA ein bekannter Kinderstar war und auch Filme gemeinsam mit Argento dreht, in den fünf Jahren vor der Verführung 2,7 Millionen Dollar. Danach sank sein Jahreseinkommen wegen der angeblichen Traumatisierung auf 60.000 Dollar.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia.org/Georges Biard; Lizenz: CC BY-SA 3.0]