Die Ankündigung Österreichs, eine Obergrenze für Migranten einführen zu wollen, bringt nun Slowenien, Kroatien und die Balkanstaaten unter Druck, es beginnt sich ein Dominoeffekt abzuzeichnen. So kündigte Serbien bereits an, nur mehr jene sogenannten Flüchtlinge weiterreisen zu lassen, die in Deutschland oder Österreich um Asyl ansuchen wollen. Slowenien wiederum will auf die Entscheidung Österreichs „adäquat reagieren“, Kroatien will nicht zum „Auffanglager der Migranten“ werden, und Mazedonien schloss zeitweise seine Grenze zu Griechenland.

Am Ende der Kette steht die Türkei. Auf Ankara müsste mehr Druck ausgeübt werden, illegale Einwanderer an der Ausreise zu hindern, bzw. es müssten „Flüchtlinge“, die in der Ägäis aufgefischt werden oder die griechische Inseln erreichen, wieder in die Türkei zurückgeschickt werden. Denn eines ist klar: Ankara will zwar drei Milliarden Euro von der EU, unternimmt selbst aber nur sehr wenig, um die illegalen Migrationsströme nach Europa zu unterbinden. So hat die türkische Küstenwache nach eigenen Angaben im Vorjahr nur 90.000 Personen aufgegriffen, die nach Europa wollten. Eine wirksame Überwachung und Kontrolle der Seegrenze sieht anders aus.

Zudem ist Eile geboten. Derzeit kommen wegen des schlechten Winterwetters täglich „nur“ 3.000 Migranten in Griechenland an, was sich, sobald das Wetter besser wird und die Temperaturen steigen, schlagartig ändern dürfte. Denn im vergangenen Sommer kamen an manchen Tagen bis zu 10.000 Einwanderer von der Türkei aus kommend in Griechenland an.

 

[Text: A. M.; Bild: Rudolf Moser]