Vorbei sind die Zeiten, als sogenannte „Loverboys“ sich mit teuren Geschenken an minderjährige Mädchen heran und diese gefügig machten, um sie letzen Endes zur Prostitution zu zwingen. Nach einem Bericht der Zeitung „Algemeen Dagblad“ werden in den Niederlanden jährlich rund 1.400 Minderjährige sexuell versklavt, weil sie von Kriminellen erpresst werden. Und in Zeiten von Facebook und Co. läuft die Masche so: Die Kriminellen, die in der Regel einen Migrationshintergrund haben, erschleichen sich das Vertrauen des Opfers, das oft aus sozial prekären Verhältnissen stammt. Bei einem Treffen wird dann eine schlüpfrige Szene gefilmt, und die Falle schnappt zu. „Wenn sie einmal von dir ein kompromittierendes Video haben, reicht das für eine Erpressung“, zitiert das Blatt den Polizisten Esmee Huijps, der ein Experte für Menschenhandel ist.

Eine andere „Anwerbungstechnik“ ist, dass Opfer gezwungen werden, ihrerseits minderjährige Freundinnen anzuwerben. Der Journalist Gideon van Aaartsen schrieb in einer Publikation, dass einer Minderjährigen gesagt wurde: „Stell sicher, dass du drei Freundinnen ablieferst, dann kannst du pro Tag fünf Männer weniger f*****.“

Aufschlussreich ist die ethnische Herkunft der Kriminellen, die mit der Prostitution Minderjähriger bis zu 800 Euro am Tag verdienen können. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um Kulturbereicherungen aus Marokko, der Türkei und den Antillen sowie um Roma. Der Polizistin Carolien van den Honert sind die Verbrecher „in vielen Fällen Teil eines größeren Netzwerks, das auch in den Waffen- und Drogenhandel verwickelt ist“.

[Text: B.T.; Bild: Wikipedia/Ralfdix; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported]