In einem von der tschechischen Zeitung „Blesk“ veröffentlichtem Video-Interview sagt der tschechische Staatspräsident Milos Zeman, die westlichen Militärinterventionen im Nahen Osten und in Nordafrika haben zum Ansturm illegaler Einwanderer auf Europa beigetragen: „Die derzeitige Einwanderungswelle (nach Europa) hat ihre Ursache in der verrückten Idee (der USA), im Irak eine Operation wegen angeblicher Massenvernichtungswaffen zu starten, obwohl nichts gefunden wurde.“

Der Wunsch der USA, in Libyen und Syrien die „Ordnung wiederherzustellen“, habe zu einer Eskalation der Lage und zum Entstehen von Terrororganisationen in den beiden Ländern geführt, was die Menschen zur Flucht veranlasst hätte. Und durch Beteiligung an der Militäraktion in Libyen hätten die Verbündeten der USA, also die Europäer, ebenfalls zum Chaos beigetragen, erklärte Zeman, der für seine sture Haltung gegenüber den Sudetendeutschen bekannt ist.

Zeman sagte auch, Einwanderer haben einen Polizeieinsatz mit Tränengas in einem Flüchtlingslager im Nordosten Tschechiens provoziert. Rund 100 illegale Einwanderer, die auf ihre Abschiebung warten, hatten nach Angaben lokaler Medien bei einer Demonstration das Gebäude der Einrichtung beschädigt. „Niemand hat sie hierher eingeladen. Aber nun sind sie hier und müssen unsere Regeln respektieren, genauso wie wir ihre Regeln respektieren, wenn wir in ihr Land gehen“, betonte der Präsident.

 

B. T.

 

 

(Bild: Miloslav Hamrik/wikimedia.org)