„Wenn Sie eine Million Menschen mehr im Land haben, dann haben Sie potenziell auch die zusätzliche Kriminalität von einer Million Menschen“, sagte BKA-Präsident Holger Münch, der mit einem deutlichen Anstieg der Kriminalität in der Bundesrepublik rechnet.

„In der Nähe vieler großer Flüchtlingsunterkünfte registrieren wir beispielsweise einen Anstieg von Eigentumskriminalität, zum Teil auch von Gewaltdelikten“, so der BKA-Chef. Zwar seien bisher Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak kaum durch Straftaten aufgefallen, „andere Gruppen wiederum sehr stark, vor allem junge Männer aus Albanien, dem Kosovo, osteuropäischen Staaten und einigen anderen Ländern.“ Hinzu kämen „mehrere tausend Täter, insbesondere aus Georgien, die das Asylverfahren nutzen, um nach Deutschland zu gelangen, nur um Straftaten zu begehen“, so Münch.

Erste Zahlen zur Kriminalität und Flüchtlingen legte auch eine in Braunschweig eingerichtete Sonderkommission nun vor. Die aus 13 Beamten bestehende SOKO „Zerm“ wurde im Laufe des Jahres gegründet, als rund um die Landesaufnahmebehörde (LAB) im Braunschweiger Stadtteil Kralenriede ein deutlicher Anstieg von Straftaten zu verzeichnen war. Allein die Zahl der Ladendiebstähle hat sich in Kralenriede verdreifacht. Täter waren „in auffälliger Zahl“ Personen, die in der LAB untergebracht waren, so der Braunschweiger Chef der Kriminalpolizei, Ulf Küch. Die Braunschweiger Polizei entschied sich deshalb dazu, ein Ermittlungsteam einzusetzen, das sich ausschließlich mit Straftaten durch Asylbewerber befasst. Auf 4.000 Anwohner kommen dort derzeit etwa 3.400 Asylbewerber. Insgesamt wurden im Laufe des Jahres schätzungsweise 15.000 Ausländer durch die Erstaufnahmeeinrichtung geschleust und anschließend auf die Kommunen verteilt.

Schon in den ersten zehn Wochen ihres Bestehens ermittelte die SOKO in 518 Fällen. Allein 317 davon waren Diebstähle. 55 Asylbewerber wurden festgenommen und 17 Haftbefehle erlassen. Allerdings gibt es neben den offiziellen Fallzahlen auch eine hohe Dunkelziffer, insbesondere in der Erstaufnahmeeinrichtung selbst. Das Wachpersonal berichte immer wieder von Handy-Diebstählen und Körperverletzungen, die nicht bei der Polizei angezeigt werden. Auch komme es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die teils nur mit einem Großaufgebot der Polizei befriedet werden können. Als Tätergruppen benennen die Kriminalbeamten vor allem Georgier, Gruppen aus dem Kosovo und alleinreisende Männer aus Zentralafrika und Nordafrika, die darüber hinaus über keine Ausweispapiere verfügen. Unter den Asylbewerbern sei es nur ein „kleiner Prozentsatz, der uns Probleme bereitet, dieser aber umso massiver, so die Beamten.

 

 

Text: M. H.
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