Dass mit der Masseneinwanderung nicht gekannte Sitten und Unsitten nach Europa kommen, ist hinlänglich bekannt. Auf einen bislang wenig bekannten Aspekt weist nun die Organisation „Africans Unite Against Child Abuse“ (Afrikaner vereint gegen Kindesmissbrauch – Afruca) hin. Demnach sind in Großbritannien jährlich bis zu 400 Kinder afrikanischer Einwanderer davon betroffen, Opfer von Misshandlungen im Namen der Religion oder von Exorzismus zu werden. Nach Angaben der Londoner Polizei gab es im vergangenen Jahr aufgrund dieser Verdachtsfälle 60 Ermittlungsverfahren.

Grund für die Gefährdung der Einwandererkinder ist der insbesondere in Westafrika weitverbreitete Glaube an Hexen und böse Geister, der nach Großbritannien importiert wurde. So weist Afruca darauf hin, dass die Kinder, wenn einem Familienmitglied oder einem Verwandten etwas Böses widerfährt, zum Sündenbock gemacht werden. Auch wenn sie irgendwie „anders“ sind – es reicht bereits aus, Linkshänder zu sein – können mitunter „Bestrafungen“ wie Schläge oder Nahrungsentzug, im schlimmsten Fall auch die Tötung durch Verbrennen oder Strangulieren drohen. Im Jahr 2010 wurde die 15-jährige Kristy Bamu von Verwandten, die im Wahn lebten, das Mädchen sei eine Hexe, zu Tode gefoltert. Und 2000 wurde die achtjährige Victoria Climbie von ihrer Tante und deren Freund getötet, weil sie angeblich von „bösen Geistern besessen“ war.

Oladapo Awosokanre von Afruca erklärt: „Es gibt diese Vorstellung, dass einige bestimmte Kinder diese Geister in sich tragen, die sie in die Lage versetzen, böse Dinge und Unglück in die Familie zu bringen. Die Glaubensführer haben dann die Macht, das zu erkennen und die Fähigkeit, die Kinder von diesen Geistern zu befreien – natürlich gegen eine Gebühr.“ Awosokanre kritisiert zudem die Behörden. Einerseits würden sie dieser Problematik zu wenig Aufmerksamkeit schenken, und andererseits stünden zu wenige Ressourcen zur Verfügung. Nicht unwahrscheinlich ist es, dass die Polizei aus Gründen der politischen Korrektheit, um nicht als „rassistisch“ beschimpft zu werden, wegschaut.

 

 

[Text: B. T.; Bild: Hans Hillewaert/wikimedia.org]