Ob Nordrhein-Westfalen eine „Hochburg für Kriminelle“ sei, fragte die „Westdeutsche Zeitung“ in einem Titel. Im betreffenden Bericht gab das Blatt darauf auch gleich die Antwort: Demnach ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland 2015 um 18,1 Prozent gestiegen, und die Fälle von Taschendiebstahl liegen auf einem Zehnjahres-Rekordniveau. Im vergangenen Jahr wurden in Nordrhein-Westfalen 54.604 dieser Eigentumsdelikte registriert. Taschendiebstähle werden überdurchschnittlich oft von Zigeunerbanden aus Südosteuropa verübt, und die Täter – sofern sie gefasst und verurteilt werden – werden nur in den seltensten Fällen abgeschoben.

Im Rahmen der Präventionskampagne „Augen auf und Tasche zu“ gibt die Polizei in Dortmund nun Tipps, wie sich die Bürger schützen können. Einer davon ist, wenn das Thema nicht so ernst wäre, zum Lachen. Die Bürger sollen mit Glöckchen herumlaufen: „So genannte Alarm-Glöckchen sollen beim Schutz vor Taschendieben helfen. Sie werden beispielsweise am Reißverschluss der Handtasche befestigt. Versucht ein Fremder, diesen zu öffnen, macht ihr Geräusch sofort darauf aufmerksam“, heißt es in einer Aussendung der Dortmunder Polizei. Sollten viele Bürgerinnen und Bürger diesem Aufruf folgen, wäre nicht zuletzt aufgrund der Bewegungen der Glöckchen-Träger in den Fußgängerzonen Dortmunds wohl ein dauerndes Gebimmel zu hören.

Darüber hinaus kündigt die Polizei Dortmund auf ihrem Facebook-Auftritt an, zehn dieser „Alarm-Glöckchen“ zu verlosen. Dazu ist auf einem Bild ein Glas mit den Glöckchen abgebildet, und die Bürger werden aufgefordert, deren Zahl zu schätzen. Jene zehn, die die genaue Zahl schätzen oder ihr am nächsten kommen, bekommen ein Glöckchen zugeschickt. Wirksame Verhinderung von Straftaten sieht anders aus…

 

[Text: B. T.; Bild: Polizei NRW Dortmund/facebook]