Es gibt Sänger, die von ihrer Stimme, andere wiederum, die in erster Linie von ihrem Auftritt leben. Bei Montserrat Caballé kam beides zusammen. Ihre charmant-leichte Sopranstimme konnte sich besonders in den beschwingten Opern von Verdi, Puccini, Bellini oder Rossini entfalten. Von Zeit zu Zeit kokettierte sie auch mit der besonders leichten Muse, sang Operetten oder trat in Fernsehshows etwa an der Seite Peter Alexanders auf. Mit diesem Sprung auf die seichtere Ebene erreichte sie erst ein Publikum, das weit über die bürgerlichen Opernbesucher hinausreichte und gelangte so erst zu allgemeiner Bekanntheit. Von nun ab füllte sie die große Konzerthallen alleine und machte sich rar in Opernensembles.

Die Leibesfülle war ihr Markenzeichen, mit dem sie auf der Bühne immer wieder selbst kokettierte. Herbert von Karajan soll sie einst deswegen aus einem Engagement gestrichen haben.

Geboren wurde Caballé in Barcelona, studierte Gesang und trat anfänglich unter anderem in Deutschland auf kleineren Bühnen auf. Der Sprung auf die Weltbühne gelang ihr, als sie einst für Marilyn Monroe in der Carnegie Hall einsprang. Auch Josep Carreras „Entdeckung“ darf sie sich auf ihre Fahnen heften.

Am 6. Oktober 2018 verstarb die Operndiva in einem Krankenhaus in Barcelona.

[Text: A.L.; Bild: Wikipedia; Lizenz: gemeinfrei]