In den vergangenen Tagen haben die französischen Behörden wegen dringendem Terrorverdacht drei Moscheen geschlossen, davon zwei im Großraum Paris und eine in Lyon. Eine der Razzien der Polizei, die zur Schließung eines muselmanischen Gebetshauses führte, fand im Beisein des Präsidenten der Vereinigung französischer Moslems statt, wie Innenminister Bernard Cezeneuve mitteilte. Wie französische Medien berichten, wurde bei einer Razzia am Mittwoch der „Leiter“ einer Moschee verhaftet, nachdem bei ihm ein 9-mm-Revolver gefunden worden war.

Das konsequente Vorgehen der Sicherheitsbehörden nach den Terroranschlägen vom 13. November in Paris beweist auch, dass manche Moscheen nicht der Förderung des Seelenheils der Mohammedaner dienen, sondern ihrer Radikalisierung. So wurde in den nun geschlossenen Moscheen, die Innenminister Cazeneuve als Orte der „islamistischen Radikalisierung bezeichnet, gewaltverherrlichende Dschihad-Literatur gefunden. Und Cazeneuve weiter: „Die Polizeieinsätze werden gegen Hassprediger und selbsternannte Imame ausgeführt.“ Ein festgenommener Hassprediger, der aus dem Ausland stammt, soll aus Frankreich ausgewiesen werden.

Besorgniserregend ist, dass die dichtgemachten Moscheen nicht nur der dschihadistischen Indoktrinierung von Moslems dienten, sondern auch Waffenlager waren. Wie Innenminister Cazeneuve bekanntgab, wurden bei den Razzien 334 Waffen beschlagnahmt, davon 34 Waffen von militärischem Niveau.

Seit Präsident Francois Hollande unmittelbar nach den Pariser Terroranschlägen den Ausnahmezustand verhängte, wurden in ganz Frankreich 2.235 Polizeieinsätze in Zusammenhang mit terroristischen und islamistischen Aktivitäten durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 263 Personen festgenommen, von denen sich 232 weiterhin im Gewahrsam der Sicherheitsbehörden befinden. Zusätzlich wurde über 330 Personen, die vor den Pariser Anschlägen von den Geheimdiensten wegen ihrer Verwicklung in islamistische Aktivitäten beobachtet wurden, der Hausarrest verhängt.

 

 

Text: B. T.
Bild: Rama/wikimedia.org