Christen, die neun Prozent der rund 240 Millionen Einwohner Indonesiens stellen, haben es im größten moslemischen Land der Erde nicht leicht. Das zeigt einmal mehr ein Fall der sich in der Provinz Nord-Sumatra zugetragen hat. Einige Tage, nachdem ein moslemischer Mob eine Kirche in Brand gesetzt hatte, wurden von den Behörden zehn Kirchen geschlossen. Als Begründung wurde angegeben, die Gotteshäuser seien „illegal“, es fehlten die erforderlichen Bewilligungen.

Damit folgten die Behörden der Argumentation lokaler Islamisten. „Zehn Kirchen haben nicht die notwendigen Bewilligungen und sollten geschlossen werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Hamabli Sinaga, dem Anführer des lokalen Zweigs der islamistischen Islamischen Verteidigungsfront. Sinaga meinte auch, durch die Schließung der Kirchen werde es „zu keiner Gewalt morgen mehr kommen.“

Druck wird auch auf die Christen in der westindonesischen Provinz Aceh ausgeübt. Aceh gilt als eine Hochburg des Islamismus in Indonesien. Nach Angaben der Behörden im Bezirk Singkil hätten Vertreter christlicher Konfessionen bestätigt, dass sechs Gotteshäuser ohne Baubewilligung errichtet worden wären und deren Abriss zugestimmt. Zuvor war ein Mob von rund 700 Moslems in das Dorf Suka Makmur in der Provinz Aceh gereist und brannte die örtliche Kirche nieder, weil sie angeblich illegal errichtet worden wäre. Dabei wurde ein angreifender Moslem getötet und drei weitere verletzt, als christliche Dorfbewohner versuchten, ihre Kirche zu schützen.

 

 

Text: B. T.
Bild: Lord Mountbatten/wikimedia.org