Wer Multikulturalismus fördert, gilt als sakrosankt, und wer Befürworter der Masseneinwanderung kritisiert, kann leicht zur Zielscheibe einer Kampagne werden. So bringt sich nun die linke Jagdgesellschaft gegen Johann Gudenus in Stellung, weil sich der geschäftsführende Klubobmann der FPÖ in einem Zeitungsinterview kritisch gegenüber dem US-Spekulanten George Soros geäußert hatte. Und damit die Kampagne gegen Gudenus wirksamer wird, wird dem freiheitlichen Politiker Antisemitismus unterstellt. Die Neos etwa schreiben in einer Aussendung, Gudenus würde auf den „Zug der antisemitischen Politik“ des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán aufspringen.

Was den angeblichen Antisemitismus betrifft, sollten sich die linken Gutmenschen die „Jerusalem Post“ zu Gemüte führen. Am 22. August 2016 schrieb die israelische Zeitung – der man wohl kaum Antisemitismus vorwerfen kann – über „Soros Kampagne für globales Chaos“. Außerdem bezeichnete das Blatt den US-Spekulanten als wichtigen Förderer der illegalen Masseneinwanderung: „Von den USA über Europa bis Israel hat Soros weltweit durch Immigration die Unterminierung der Identität und der demographischen Zusammensetzung westlicher Demokratien vorangetrieben.“

Oder im September 2015, als die illegale Masseneinwanderung nach Europa einen Höhepunkt erreichte, berichtete der Nachrichtensender „Sky News“, dass Soros hinter der Organisation W2EU („Welcome to Europe“ – „Willkommen in Europa“) stehe. Dem Bericht zufolge verteilten Aktivisten von W2EU am Strand der griechischen Insel Lesbos Handbücher in arabischer Sprache an illegale Einwanderer. In diesen „Reiseführern“ mit dem Titel „Wie komme ich am besten nach Europa” fanden sich Reiserouten und Tipps, wie man die Sozialsysteme der EU-Mitgliedstaaten am besten unterwandert und ausnützt und Telefonnummern, an wen man sich wenden kann, wenn man in Not gerät. Auch wurden die illegalen Einwanderer über ihre Rechte in den EU-Ländern aufgeklärt und ausdrücklich dazu aufgefordert, „auf ihre Rechte zu pochen“.

Bezeichnend ist, dass im ORF, der bekanntlich gesetzlich zur Objektivität verpflichtet ist, kritische Hinweise auf die Tätigkeit von Soros fehlen. So wird Soros regelmäßig als „Investor“ bezeichnet. Verschwiegen wird hingegen, dass Soros in den 2000er Jahren in Frankreich wegen Insiderhandels zu einer Millionenstrafe verurteilt worden war. 2011 bestätigte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Urteil des französischen Gerichts, womit Soros auch ein rechtskräftig verurteilter Krimineller ist.

[Text: B.T.; Bild: FPÖ]