Der Presserat, eigentlich oberste moralische Institution zur Bewertung und Erhalt sauberer journalistischer Arbeit, sieht bei linken Medienmogulen seine eigenen Regeln nicht so streng.
Großspurig hat „Falter"-Chefredakteur Florian Klenk im Oktober behauptet: „Heute werde ich Akten veröffentlichen. Sie zeigen, wie sich Kicks General Goldgruber Kenntnis davon verschaffen wollte, welche verdeckten Ermittler es bei Burschenschaften gibt. Als Kickls Team keine detaillierte Auskunft bekam, kam es zur Razzia bei Chef-Ermittlern Sibylle G."
Das Innenministerium reagierte umgehend und entlarvte Klenk in einer Presseaussendung der Unwahrheit: Das BMI bestätigt darin, dass „Falter"-Chefredakteur Florian Klenk "lediglich wegen allgemeiner Interviewanfragen und Fragen zu anderen Sachverhalten Kontakt mit dem BMI aufgenommen habe. Mit konkreten Vorhalten im Zusammenhang mit der Auskunft zu Ermittlungen wegen Rechtsextremismus bei Burschenschaften sei der betroffene Generalsekretär des BMI, Peter Goldgruber, nicht konfrontiert worden."
Der Presserat aber hält Klecks offenbar unwahre Behauptungen für legitim, da es sich um ein Thema von „außergewöhnlichem öffentlichen Interesse" handele. Zudem sei der vor Mutmaßungen und Gespenstern nur so strotzende Text als „Kommentierung von politischen Vorgängen" zu betrachten.
Davon abgesehen, dass das Thema Burschenschaften außer Linksextremisten niemanden interessiert, bleibt doch fragwürdig, wie der „Falter" ständig an vermeintliche Akten und Insiderinformationen gelangt. Die verantwortlichen Maulwürfe dürften ausgeforscht werden können, wenn man nur wollte.

[Text: A.S.; Bild: Wikipedia/Manfred Werner (Tsui); Lizenz: CC BY-SA 4.0]