Geht es nach der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dann könnte es in der Ägäis und damit in gefährlicher Nähe zu Syrien zu einem NATO-Einsatz kommen – offiziell zur Bekämpfung des Schlepperwesens. So müsse beim nächsten Treffen der Verteidigungsminister des Nordatlantikpaktes erörtert werden, „inwieweit die NATO bei der Überwachung der Situation auf See hilfreich sein und die Arbeit von Frontex und der türkischen Küstenwache unterstützen kann“, sagte Merkel am Montag nach Beratungen mit ihrem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu in Ankara.

Die illegale Masseneinwanderung nach Europa ist aber nur der Vorwand für Merkels NATO-Pläne. Vielmehr geht es um eine erneute Provokation Russlands, das die legitime Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit Luftschlägen gegen Terroristen unterstützt. Dank der russischen Hilfe konnte die reguläre syrische Armee zuletzt bedeutende militärische Vorstöße rund um Aleppo machen. Dies ist natürlich ein Albtraum für die USA und ihre europäischen Vasallen. So warf unter anderem Merkel Russland vor, mit seinen Luftschlägen gegen syrische Terroristen eine neue Flüchtlingswelle hervorzurufen.

Vieles deutet darauf hin, dass ein NATO-Einsatz in der Ägäis eine Art Vorspiel für ein Eingreifen des Militärbündnisses in den syrischen Bürgerkrieg sein könnte, um den Vormarsch der Assad-Truppen und den damit verbundenen Anstieg des Einflusses Russlands zu stoppen. So sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter bereits vergangenen Oktober, die Vereinigten Staaten seien „zu direkter Aktion am Boden“ bereit. Und Vizepräsident Joseph „Joe“ Biden sagte im Jänner bei einem Besuch in Istanbul, die USA seien bereit für eine „militärische Lösung“, falls die Syrien-Friedensgespräche in Genf scheitern.

 

[Text: B. T.; Bild: NATO]