Immer wieder ist die Behauptung zu vernehmen, die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) habe nichts dem Islam zu tun. Dieser widerspricht Professor Aaqil Ahmed, der Leiter der Religionsabteilung des öffentlich-rechtlichen britischen Senders BBC. „Ich höre so viele Leute sagen, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun hat – natürlich hat er damit zu tun. Sie predigen ja nicht Judaismus“, sagte Ahmed, der selbst Mohammedaner ist, zu Studenten an der Huddersfield-Universität in Nordengland. Zudem wies er darauf hin, dass die IS-Ideologie „auf einer Form der islamistischen Glaubenslehre beruht“.

Ahmed sagte des Weiteren, dass die IS-Mitglieder Moslems sind und die Menschen deshalb „einige sehr unangenehme Dinge“ in ihren Kopf bekommen müssten. Die geschehe aber nicht, weil die überwiegende Mehrheit des Moslems den IS ablehne. Eine Rolle an dieser Haltung spielen dürften auch die Dogmen der politischen Korrektheit. Wer nämlich den Islam in Bezug auf seine Vereinbarkeit mit Menschenrechten und westlicher Demokratie hinterfragt, gerät rasch in den Verdacht, „islamophob“ zu sein.

Ahmes kritisierte aber auch die BBC, die seiner Meinung nach in ihren Religionssendungen „zu christlich“ sei und zu wenig um die Belange von Mohammedaner, Hindus und Sikhs berücksichtige. Wie verschiedene Medien berichten, fordern britische Moslems vom staatlichen Rundfunk die Übertragung von Freitagsgebeten oder Feiern anlässlich islamischer Feste.

 

[Text: B. T.; Bild: VOA/wikimedia.org]