Die Veröffentlichung der „Panama Papers“ hat international viel Staub aufgewirbelt. Schließlich zeigen die bisher geheimen Dokumente, wie viele Prominente und Politiker, darunter amtierende Staatsoberhäupter, ihr Geld in Steueroasen verschoben haben. Dabei widmen sich die Systemmedien besonders dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, obwohl dieser keine Briefkastenfirmen in Steueroasen unterhält, sondern nur angebliche Vertraute von ihm.

Unter den Teppich gekehrt wird hingegen der Umstand, dass US-Günstlinge ihr Vermögen „steuerschonend“ ins Ausland transferiert haben. Einer von ihnen ist der ukrainische Präsident und „Schokoladenkönig“ Petro Poroschenko. Bevor er im Sommer 2014 Präsident wurde, machte er mit der Herstellung von Süßwaren ein großes Vermögen. Im Wahlkampf versprach er seinen Landsleuten, die oftmals in Armut leben, sein Unternehmen zu verkaufen. Tatsächlich aber verschob er es in eine Briefkastenfirma auf den britischen Jungferninseln, die im August 2014, nur zwei Monate nach seiner Vereidigung, gegründet wurde.

Ein weiteres Beispiel ist jenes des seit Dezember amtierenden argentinischen Präsidenten Mauricio Macri. Dieser unterzieht sein Land gerade einer neoliberalen Schock-Therapie, welche die Armut in Argentinien wieder ansteigen lässt. Wie „Russia Today“ berichtet, waren Mauricio Macri und sein Vater Franco Geschäftsführer der Gesellschaft „Fleg Trading Ltd.“, die ihren Sitz in einem Steuerparadies hatte. Und weiter heißt es: „Die Firma des argentinischen Staatschefs wurde auf den Bahamas zwischen 1998 und 2009 eingetragen. Als der Politiker 2007 zum Bürgermeister von Buenos Aires gewählt wurde, gab er die Verbindung zur Gesellschaft in seiner eidesstattlichen Erklärung nicht an, obwohl er eigentlich dazu verpflichtet gewesen wäre.“ Heute lässt Macri zur Rechtfertigung über einen Sprecher ausrichten, seine Beteiligung sei „umstandsbedingt“ gewesen, wobei er sein Amt als Vorstand nur formal bekleidet habe.

 

[Text: B. T.; Bild: Ayaita/wikimedia.org]