Am 1. August gab US-Präsident Barack Obama grünes Licht für Luftangriffe auf die Terrororganisation IS im Libyen. Die Angriffe sind – vorerst – auf 30 Tage geplant und konzentrieren sich auf die Stadt Sirte, den Geburtsort des 2011 durch NATO-Bomben gestürzten Machthabers Muammar al-Gaddafi. Wie Obama erklärte, erfolgt die Intervention in dem nordafrikanischen Krisenstaat „auf Ersuchen der (libyschen) Regierung, nachdem sie bereits bedeutende Fortschritte gegen den IS gemacht und den IS in einem sehr begrenzten Bereich rund um Sirte zurückgedrängt hat. Es ist in Amerikas nationalem Interesse und unserem Kampf gegen den IS sicherzustellen, dass wir die Arbeit beenden können.“

Was Obama nicht sagte: dass die von ihm angesprochene, internationale libysche Einrichtung nur einen Teil des Landes kontrolliert, weil es immer noch zwei Gegenregierungen gibt. Aber immerhin gestand der US-Präsident ein, Libyen nach dem Sturz Gaddafis, als ein gefährliches Machtvakuum entstand, „nicht genügend Aufmerksamkeit“ geschenkt zu haben.

Als ob es nicht mit dem Irak bereits ein abschreckendes Beispiel gegeben hätte, glaubten die USA, in Libyen mit dem Sturz des ihnen nicht genehmen Machthabers dem Land „Freiheit“ und „Demokratie“ bringen zu können. Tatsächlich stürzten sie einen einstmals stabilen und säkularen Staat in Chaos und Anarchie, machten ihn zu einem „gescheiterten Staat“ und damit zu einer Brutstätte dschihadistischer Organisationen.

 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der Zur Zeit, entweder hier als E-Paper, oder ab Freitag in Ihrem Kiosk.

 

[Bild: SAC Lisa Conway/MOD]