Heftige Kritik an den Banken übt der konservative isländische Parlamentsabgeordnete Frosti Sigurjonsson. Diese seien keine „echten Vermittler“ mehr und würden in der Realität „bei nahezu jeder Kreditvergabe Geld erschaffen, indem sie eine elektronische Gutschrift auf ein Girokonto buchen“, sagt Sigurjonsson in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Der Standard“. Durch diese Praxis komme es zu einer Ausweitung der Geldmenge, was sehr gefährlich sei. So habe sich in einer Heimat Island zwischen 1994 und 2008 verneunzehnfacht, womit der „Grundstein für die Krise“ gelegt worden sei.

Als Ausweg schlägt Sigurjonsson gegenüber dem „Standard“ vor, alle für die tägliche Verfügbarkeit bei Kreditinstituten gehaltenen Girokonten auf die Bilanz der Notenbank zu übertragen. Auf die Konten bei der Zentralbank sollte es keine Zinsen geben, und wer für sein Geld Erträge sehen will, der müsse zu den Geschäftsbanken gehen und dort ein Sparbuch eröffnen. Überhaupt müsse jeder Kredit 1:1 durch Spareinlagen oder eine andere Quelle gegenfinanziert sein. Der Parlamentarier ist überzeugt, dass nicht das Finanzsystem, sondern das Geldsystem verstaatlicht werden müsse.

 

B. T.

 

 

(Bild: Avij/wikimedia.org)