Heute findet zum fünften Mal der 2012 von der Österreich-Zweigstelle des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR ins Leben gerufene „Lange Tag der Flucht“ statt. Mit einer Reihe von Veranstaltungen soll suggeriert werden, dass es sich bei den sogenannten Flüchtlingen ausschließlich um „Schutzsuchende“ handelt. Themen wie Asylantenkriminalität oder Missbrauch des österreichischen Sozialsystems werden natürlich nicht angesprochen. So ist im Begleittext zu einer Veranstaltung in Steyr zu lesen, die Begriffe „Flüchtlinge“ und „Asylwerber“ seien für viele mit Ängsten und Vorbehalten verbunden. Erst in der persönlichen Begegnung werde sichtbar, dass es sich um „Menschen wie du & ich handle“. Die Opfer von sexuellen Übergriffen durch diese „Menschen wie du & ich“ werden wohl anderer Meinung sein.

Eine andere Veranstaltung des heurigen „langen Tages der Flucht“ ist „HA-HA-HAsyl - Worüber afghanische und syrische Flüchtlinge lachen“. Dabei soll es sich um einen „heiteren Abend auf Arabisch, Dari, Pashto und Deutsch“ handeln. Tatsächlich im Vordergrund steht eher, die als Asylanten ins Lang gekommenen Einwanderer als Opfer darzustellen. Denn seitens des UNHCR heißt es dazu: „Die Themen reichen über die Mühen und Gefahren der Flucht bis zur kalten Realität nach der Ankunft.“

Ein weiterer Schwerpunkt des „langen Tags der Flucht“ ist die politisch korrekte Indoktrinierung von Schülern. In Graz wird etwa ein „Workshop“ abgehalten, damit Schüler „aus erster Hand erfahren, weshalb Menschen ihr eigenes Land verlassen (mussten), wie sich ihre Flucht gestaltet hat und wie ihre ersten Erfahrungen in Österreich waren.“ In Linz betrachtet die „Schule der Flucht“ das Thema unter anderem aus der Perspektive Menschenrechte und Rassismus. Zudem bestehe die Gelegenheit zum Gespräch und zur Diskussion mit „geflüchteten Menschen“.

Von all dieser Gutmenschlichkeit sind natürlich die Grünen von Alexander Van der Bellen begeistert. Die Grünen-Abgeordnete Alev Koran schreibt in einer Aussendung, der „Lange Tag der Flucht“ sei ein wichtiger Tag, „weil es auf vielfältige Art Menschen aus der Bevölkerung und Asylsuchenden sowie anerkannten Flüchtlingen ermöglicht, persönlich in Kontakt zu kommen.“

 

[Text: B. T.; Bild: ZZ-Archiv]