Die deutsche Organisation „Sea Watch" ist mit einem neuen Schiff im Mittelmeer unterwegs. Die „Mare Jonio" fährt unter italienischer Flagge und soll Migrantenboote ausfindig machen.

Anders als bei früheren Einsätzen wollen die Aktivisten Migranten aber nicht mehr selbst retten und ans Festland bringen: Vielmehr soll die Besatzung der "Mare Jonio" Flüchtlingsboote in Seenot ausfindig machen und sichern. Das neue Schiff von Sea-Watch misst 37 Meter und ist damit etwa halb so groß wie das bislang letzte im Mittelmeer aktive Flüchtlings-Rettungsschiff "Aquarius". 

Beteiligt an der Aktion sind mehrere italienische Organisationen, unterstützt wird es auch von der offen linksextremen NGO Proactiva Open Arms aus Spanien. Die Crew komme aus Italien, sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der deutschen NGO Sea-Watch. Das Schiff soll am Samstag in der Such- und Rettungszone vor Libyen ankommen.

Die "Mare Jonio" sei von Italien aus gestartet und werde vor Libyen im Einsatz sein, sagte Neugebauer. Das Schiff "Mare Jonio" soll unter anderem Zeugenberichte sammeln und aufzeigen "wie Frauen, Männer und Kinder enormen Gefahren ausgesetzt sind", weil es keine Rettungsschiffe mehr gebe, hieß es in einer Mitteilung der Organisatoren. Diese „Berichte" können dann genutzt werden, die neue Sachlichkeit erneutem moralischem Druck weichen zu lassen.

Wie das Schiff finanziert wurde und wie die laufenden Kosten getragen werden, ist derzeit noch unbekannt.

[Text: A.S.; Bild: Wikipedia/Hol and; Lizenz: CC BY-SA 4.0]