Im östlich von Australien gelegenen französischen Überseegebiet Neukaledonien fand am Sonntag eine Volksabstimmung über den weiteren Verbleib bei Frankreich statt. Wahlberechtigt waren die Ureinwohner der Insel (Kanaken) sowie alle seit 1988 dort wohnhaften Franzosen. Ein Teil der Kanaken, organisiert in der Gruppierung "Kanakische und sozialistische Front der nationalen Befreiung" (Front de libération nationale kanak et socialiste; FLNKS), strebt die Unabhängigkeit in einem souveränen Staat Kanakei (La Kanaky) an, während andere Ureinwohner - die eher auf ihre Stammeshäuptlinge hören - einen Verbleib bei Paris bevorzugen. Für Frankreich ist die Insel in erster Linie als Militärstützpunkt und wegen der Nickelvorkommen wichtig. Am späten Wahlabend titelt die NZZ (Neue Zürcher Zeitung): "Neukaledonien bleibt bei Frankreich - die Kanaken sind gespalten", denn rund 57 Prozent derjenigen, die zur Urne gingen, stimmten für den Verbleib bei Frankreich. Eine bittere Niederlage für die linke FLNKS.

[Text: E.K.-L.; Bild: Wikipedia/Tpe.g5.stan; Lizenz: CC0 1.0]