Sie wurde als eine Wahl, bei der es nur Sieger gibt, kommentiert. Ausnahme dabei waren einzelne ORF-Kommentatoren, die erklärten, dass einzig die FPÖ ihre Ziele nicht erreicht hätte. Die Verdoppelung der Stimmen sei nicht geglückt, das Brechen der absoluten ÖVP-Mehrheit hätte nicht geklappt und auch der zweite Landesrat konnte nicht dazu gewonnen werden. Tatsächlich konnte die FPÖ die Mandate von 4 auf 8 verdoppeln, Die ÖVP hat mit 49,6 % die absolute Stimmenmehrheit verloren und Udo Landbauer wird als Landesrat in die Niederösterreichische Landesregierung einziehen. Und das, nachdem er in der letzten Woche einer unglaublichen Sudelkampagne ausgesetzt war.
Allen voran hatte der ORF nach einem Falter-Artikel versucht, Landbauer „Verherrlichung des Holocaust“ zu unterstellen.
Das „corpus delicti“, ein Liederbuch seiner pennalen Burschenschaft Germania Wiener Neustadt, war allerdings verlegt worden, als er gerade einmal 11 Jahre alt war. Und als er zur Germania kam, war die inkriminierende Textstelle bereits geschwärzt bzw. fehlte die Seite mit dem Spottlied komplett.
Keiner der so auf „Qualitätsjournalismus“ bedachten Landbauer-Hetzer fragten auch nur einmal, wie es kommen kann, dass ein Liederbuch, das bereits knapp 30 Jahre existierte, eine Woche vor der Wahlentscheidung das Licht der Öffentlichkeit erblickt.
Da haben wohl, wie bereits bei anderen Wahlen, „Spindoktoren“ sich darüber den Kopf zerbrochen, wie sie dem sich in den Meinungsumfragen abzeichnenden Wahlsieger Landbauer und der FPÖ am besten schaden könnten.
Nun, so ganz ist es wohl nicht geglückt. Vor allem was Landbauer anbelangt. Er fuhr in seiner Heimatstadt Wiener Neustadt mit knapp 20 Prozent und einem Zuwachs von fast 10 Prozent ein sensationell gutes Ergebnis ein.

[Text: W. T.; Bild: Landbauer, www.fpoe-noe.at/]