Die Katze, oder besser, der Hofer ist aus dem Sack. FPÖ-Bundesparteiobmann H.-C. Strache präsentierte heute im Rahmen einer Pressekonferenz Norbert Hofer als FPÖ-Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am 24. April dieses Jahres.

Der gebürtige Steirer, politisch aber stets im Burgenland tätig, hat sich bisher bescheiden im Hintergrund gehalten und sich auch bei öffentlichen Auftritten eher selbst aus dem Spiel genommen. Er ist dem Wunsch der Parteispitze, und wohl auch der Basis gefolgt und geht ins Rennen gegen Irmgard Griess, Andreas Khol, Rudolf Hundstorfer und Alexander Van der Bellen.

Zieht man den Vergleich dieser vier Gegenkandidaten zu dem FPÖ-Politiker, so ist das erste und augenscheinlichste Unterscheidungsmerkmal das Alter. Mit 44 Jahren ist Norbert Hofer eine andere Generation als etwa Khol und Van der Bellen, die ihre politische Laufbahn bei den Schwarzen bzw. den Grünen schon längst hinter sich haben. Auch Irmgard Griess ist schon Jahre in Pension und der Ex-Gewerkschaftsboss Hundstorfer gehört mit 64 Jahren bereits der älteren Generation an.

Die Strategie der Freiheitlichen ist daher klar erkennbar. Mit dem jungen Hofer wird ein Kandidat für jüngere Wähler angeboten.

All jene, die sich eine neue Politikergeneration und einen neuen, frischen Wind in der verstaubten Hofburg wünschen, liegen daher bei Norbert Hofer goldrichtig. Der Vergleich mit seinem legendären Tiroler Namensvetter Andreas ist diesbezüglich gar nicht so weit hergeholt.

Hofer ist als dritter Nationalratspräsident bereits jetzt der Vertreter des Staatsoberhauptes. Er hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren an der Spitze des Nationalrates nicht nur die Achtung und die Wertschätzung der Parlamentarier aller Fraktionen erworben, sondern auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er über den Tellerrand der Parteipolitik hinaussehen kann.

In öffentlichen Diskussionen war es ihm stets ein Anliegen die Interessen seiner Partei mit denen der Mitbewerber in seiner unnachahmlich verbindlichen Form in Einklang zu bringen. Auf teilweise untergriffige Attacken der politischen Gegner reagierte er stets gelassen und suchte den gemeinsamen Nenner in den unterschiedlichen Standpunkten hervorzukehren.

Gleichzeitig zeichnet ihn aber auch die konsequente Haltung und Verteidigung freiheitlicher Werte in der traditionellen, demokratischen Geisteshaltung Österreichs aus.

Wir werden in den nächsten Wochen noch ausreichend Gelegenheit bekommen, Norbert Hofer besser kennen zu lernen, auf den ersten Blick allerdings kann man schon jetzt sagen, dass er als Bundespräsident ein Glücksfall für Österreich und ein Garant für eine, bisher so lange vermisste, zukunftsweisende Politik von der Staatsspitze her wäre.

 

[Text: W. T.; Bild: Parlamentsdirektion/ Photo Simonis]