Längst ist es kein Wien-typisches Problem, wenn in einer Schulkasse nur Kinder „mit Migrationshintergrund“ sitzen. Nach einem Bericht der Online-Ausgabe der „Kronenzeitung“ gibt es auch in Kärnten bereits zwei Schulklassen, in denen kein Kind mit deutscher Muttersprache vertreten ist. Konkret handelt es sich um die 3b-Klasse der Volksschule St. Ruprecht in Klagenfurt und um die 4b der Khevenhüller-Volksschule in Villach. Während die 14 Schüler in Klagenfurt Deutsch als Zweit- oder Drittsprache beherrschen, sind unter den 18 in Villach vier außerordentliche Schüler, die gar kein Deutsch sprechen.

Die Tatsache, dass es nun auch in Kärnten Volksschulklassen ohne einheimische Schüler gibt, zeigt die verfehlte Einwanderungspolitik der vergangenen Jahre und Jahrzehnte. Die Veränderung der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung ist nicht nur in Wien und Graz ein Problem, sondern auch am Land. Denn Klagenfurt mit seinen knapp 100.000 und Villach mit 61.000 Einwohnern kann man kaum als städtische Ballungszentren bezeichnen.

Darüber hinaus gibt es immer mehr Klassen in Pflichtschulen, in denen zwei, drei oder vier einheimische Kinder einer Mehrheit von Fremden gegenüberstehen. Haben die Einwandererkinder keine oder nur unzureichende Deutschkenntnisse, ist ein regulärer Unterricht kaum möglich. Die Folge ist, dass bestimmte Stadtteile von den Einheimischen nicht nur als Wohnort, sondern auch als Schulstandort gemieden werden. Der freiheitliche Klagenfurter Vizebürgermeister Christian Scheider bringt es auf den Punkt: „Es entwickelt sich ein Schultourismus. Eltern mit Muttersprache Deutsch bringen ihre Kinder lieber in anderen Stadtteilen unter. Es kann aber nicht Sinn der Sache sein, dass bestimmte Schulstandorte von der Bevölkerung gemieden werden.“

 

[Text: B. T.; Bild: Johann Jaritz/wikimedia.org]