Jetzt muss sogar der Iran als Grund für den aus Sicht der USA notwendigen Regimewechsel in Venezuela herhalten. „Die Leute erkennen nicht, dass die Hisbollah aktive Zellen hat. Die Iraner haben Einfluss auf die Menschen in Venezuela und ganz Südamerika. Wir haben eine Verpflichtung, dieses Risiko für Amerika zu entfernen“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox Business.

Was Pompeo von sich gab, entspricht nicht der Wahrheit, man kann davon sprechen, dass der Außenminister Fake News produzierte. Bei der Hisbollah handelt es sich um schiitische Milizen aus dem Libanon, die im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Präsident Baschar al-Assad kämpfen und vom Iran unterstützt werden. Der Iran wiederum pflegt gute Beziehungen zu Venezuela, aber dass mit Teheran verbündete Gruppen aus dem Nahen Osten in dem südamerikanischen Land tätig sind, dafür gibt es bisher keinerlei Belege. Im Übrigen stellt sich die Frage, welches Interesse der Iran an Hisbollah-Zellen in Venezuela, also in einem rein christlichen Land haben sollte.

Für Verwunderung sorgte Pompeo auch vor wenigen Tagen, als er auf Twitter jene europäischen Länder, darunter auch Österreich, die den selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaido anerkennen, beglückwünschte. Dazu postete Pompeo eine Landkarte, welcher der NATO-Verbündete Türkei auf zwei separate Staaten aufgeteilt war. Das wirft Fragen auf: Planen die USA als nächstes einen Regimewechsel in Ankara oder gar einen unabhängigen auf türkischem Staatsgebiet, zumal sich die Türkei unter Präsident Erdogan außen- und sicherheitspolitisch immer mehr von den USA entfernt?

[Text: B.T.; Bild: Screenshot: https://twitter.com/SecPompeo; Lizenz: CC BY-SA 4.0]