Slowenien folgt dem Beispiel Ungarns und will Maßnahmen zum Schutz der Schengen-Außengrenze treffen. Wie der slowenische Ministerpräsident Miro Cerar ankündigte, will Laibach „technische Barrieren“ an der Grenze zu Kroatien errichten. „Wenn nötig“, könnte auch ein Zaun aufgestellt werden, so Cerar. Medienberichten zufolge hat Slowenien bereits 100 Kilometer Zaun im benachbarten Ungarn eingekauft. Die slowenisch-kroatische Grenze ist insgesamt 670 Kilometer lang und verläuft teils in „sehr anspruchsvollem Terrain“, wie Cerar sagte.

Mit den „technischen Barrieren“ bzw. dem Grenzzaun zu Kroatien will sich Slowenien von der zu erwartenden nächsten Flutwelle an illegalen Einwanderern schützen. Diese wollen zwar nicht im Land bleiben, sondern nach Deutschland oder Skandinavien weiterreisen, was die Behörden aber dennoch vor gewaltige Herausforderungen stellt. „In den nächsten zehn Tagen könnten bis zu 100.000 Flüchtlinge kommen. Das können wir nicht stemmen”, warnte Cerar bereits am Wochenende. Slowenien zählt gerade einmal zwei Millionen Einwohner.

Unterdessen forderte der tschechische Vizepremier und Finanzminister Andrej Babis eine Schließung der EU-Außengrenzen. Der Vorsitzende und Gründer der Regierungspartei ANO (Aktion unzufriedener Bürger) fordert, dass bereits in der Türkei ausgewählt werde, „wen wir in die EU reinlassen“, wie er dem „Handelsblatt“ sagte. Außerdem müsse „genau zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen“ unterschieden werden. Und der tschechische Politiker stellte klar: „Wir müssen die illegale Flüchtlingswelle stoppen.“

 

 

Text: B. T.
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