Einzig und allein die USA haben das Recht, auf jedem Punkt der Erde ihre Interessen durchzusetzen. Diesen Grundsatz US-amerikanischem Selbstverständnisses unterstrich Vizepräsident Joseph „Joe“ Biden in Washington bei einer Veranstaltung der einflussreichen Denkfabrik Brookings Institution. „Wir werden nicht anerkennen, dass irgendein Staat eine Einflusssphäre hat“, sagte der Stellvertreter Barack Obamas. Zwar nannte Biden keinen Staat beim Namen, aber es ist offenkundig, dass diese Erklärung an China und Russland gerichtet war, die sich dem US-Hegemonialstreben im asiatisch-pazifischen Raum bzw. in Osteuropa widersetzen.

Den Konflikt in der Ukraine bezeichnete Biden als entscheidend für die Zukunft der NATO, der EU sowie dem Westen im Allgemeinen. Zudem forderte der Vizepräsident eine Führung „jener Art, wie sie unsere Eltern- und Großelterngeneration gegeben haben“. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sich Washington zur Führung der westlichen Welt berufen sieht. Schließlich behauptete Biden, dem Kreml die Errichtung eines „Lehenswesens“ in der Ukraine zu erlauben, würde nur die russischen Ambitionen befeuern.

 

B. T.

 

 

(Bild: Daniel Schwen/wikimedia.org)