Pathos und US-amerikanisches Sendungsbewußtsein durfte bei der Rede zur Lage der Nation („State of the Union Address“) von Präsident Barack Obama nicht fehlen. Keinen Zweifel ließ Obama, wer die Führungsrolle in der Welt innehat: „Die Frage ist nicht, ob Amerika die Welt führt, sondern wie.“ Das „Wie“ führte er näher aus: Eine „schlauere“ amerikanische Führung beinhalte die Kombination von militärischer Macht mit starker Diplomatie sowie die Erhöhung des eigenen Einflusses durch Schmieden von Koalitionen. Oder einfacher ausgedrückt: Verbündete, insbesondere die Europäer, sollen verstärkt vor den US-Karren gespannt werden.

Von Heuchelei waren die Aussagen zum Ukraine-Konflikt geprägt. Nicht nur, dass Obama Rußland „Aggression“ gegen das Nachbarland vorwarf. Vielmehr behauptete er, die USA würden das Prinzip hochhalten, dass „größere Nationen die kleinen nicht schikanieren dürfen“. Fragt sich nur, wie der Angriffskrieg der USA gegen den Irak oder die zahlreichen Interventionen in lateinamerikanischen Ländern zu werten sind.

 

B. T.

 

 

(Bild: www.whitehouse.gov)