In Afghanistan sind die Taliban auf dem Vormarsch und auch der IS kann Erfolge verbuchen. In der Zwischenzeit mehren sich in Washington die Stimmen, die eine Aufstockung der US-Truppen am Hindukusch fordern. Max Boot von der einflussreichen Denkfabrik Council on Foreign Relations etwa meint, dass die derzeitige Truppenstärke nicht optimal sei: „10.000 Soldaten sind das absolute Minimum, damit der afghanische Staat überleben und die Taliban davon abhalten kann, all das ungeschehen zu machen, was die USA und ihre Verbündeten seit dem 11. September 2001 erreicht haben.“ Boot spricht sich dafür aus, die US-Truppen in Afghanistan zumindest auf 20.000 Mann zu verstärken.

Überdies ist die afghanische Armee, die vom Westen unterstützt wird, in einem denkbar schlechten Zustand. Als Ende September die Taliban für einige Tage die Stadt Kunduz unter ihre Kontrolle bringen konnten, schrieb die „New York Times“: „Ein mit der Lage in Kunduz vertrauter Sicherheitsoffizier schätzt die Zahl der Taliban in der Stadt auf 500. Das ist ein kleiner Teil der tausenden von Sicherheitskräften der Regierungsstreitkräfte und verbündeter Milizen, die in der Stadt und ihrer Umgebung stationiert sind.“

Zudem weist das Blatt darauf hin, dass der „größte Sieg der Taliban seit Jahren“ – ob Zufall oder nicht, sei dahingestellt – ausgerechnet eine Woche bevor der US-Kommandant General John Campbell bei einer Anhörung vor dem Kongress in Washington erwartet wurde, stattfand. Dabei sollte es um die Frage gehen, ob die USA ihren Krieg in Afghanistan fortsetzen sollten.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der neuen Ausgabe der Zur Zeit, erhältlich ab Freitag in Ihrem Kiosk.

 

 

Bild: Abram Pinnington/flickr