Vom diesjährigen Marc Aurel-Marsch des Heeressportvereins ist der Salzburger Milizsoldat Christoph B. nicht mehr zurückgekehrt. Seine Leiche in österreichischer Uniform wurde nun rund 400 Meter von der österreichischen Grenze entfernt, auf ungarischem Territorium aufgefunden.

Über die Todesursache gibt es keine Informationen und soll es offenbar nach dem Wunsch der Ungarn auch keine geben.

Den Eltern wurden von österreichischen Polizeibeamten lediglich informiert, dass ihr Sohn in Ungarn verstorben sei und eingeäschert werde. Sie können mangels einer Identifizierungsmöglichkeit weder mit genauer Sicherheit sagen, ob der tote österreichische Soldat tatsächlich ihr Sohn ist, noch haben sie erfahren, auf welche Weise er zu Tode gekommen sein soll. Nicht viel mehr weiß das österreichische Bundesheer bzw. das Ministerium für Landesverteidigung oder will es gar nicht wissen.

Der Pressesprecher Oberst Bauer will mit dem mysteriösen Fall nichts zu tun haben. Über seine Abwimmelungsversuche müsste man eigentlich, wäre die zutage tretende Inkompetenz nicht so haarsträubend, geradezu lachen. Zuerst meinte er, da müsse man bei der Pressestelle des Heeres im Burgenland anrufen (er selbst hatte allerdings seinerzeit die Regelung getroffen, dass bei Todesfällen die Kompetenz immer beim Ministerium zu liegen habe), dann meinte er, das Bundesheer wäre nicht zuständig, weil es ein Angehöriger der Miliz wäre (das heißt über Milizsoldaten dürfen zwar die Burgenländer Auskunft erteilen, nicht aber das Verteidigungsministerium). Dann wiederum erklärte der BH-Pressesprecher, dass das Bundesheer sich nicht um den Fall kümmere, weil dafür die Polizei zuständig wäre und man sich ans Innenministerium wenden müsse. Für die Klärung von Todesfällen ist zwar die Polizei verantwortlich, allerdings sollte man meinen, dass auch das Bundesheer an dem Geschick seiner Soldaten interessiert wäre.

Dass es das offenbar nicht ist, spricht einmal mehr für den katastrophalen Zustand des Verteidigungsressorts und die Inkompetenz seiner Leitung.

Auch der Verweis an das Innenministerium erwies sich als irreführend. Dort wurden wir wieder an das Landesverteidigungsministerium zurückverwiesen, weil dieses für Angehörige des Bundesheeres zuständig wäre. Eventuell, so erklärte man dort, wäre das Außenministerium zu befragen, weil dieses für im Ausland umgekommene Staatsangehörige zuständig sei.

Und tatsächlich, Das Außenministerium „gestand“ die Zuständigkeit und versprach auch den Rückruf. Allein, der kam nicht, zumindest nicht innerhalb von 4 1/2 Stunden.

Welch ein schlimmes Sittenbild der österreichischen Bürokratie und vor allem welch ein mysteriöser Fall, bei dem wir es als Pflicht erachten, dranzubleiben.

 

Fortsetzung folgt!!!

 

 

W. T.

 

 

(Bild: Bundesheer/Franz Hartl)