Groß ist die mediale Aufregung, weil FPÖ-Chef Strache, Nationalratspräsident Hofer und andere Vertreter der FPÖ-Spitze waren dieser Tage in Moskau weilten, um freundschaftliche Gespräche mit Spitzenvertretern der Putin-Partei zu führen. In der größten Tageszeitung des Landes, die ansonsten eher objektiv ist, hieß es auf besonders beschämende Art und Weise, die Spitzen der Freiheitlichen würden auf ihren Selfies vom „Roten Platz“ grinsen und hätten eine Vereinbarung mit den Russen unterfertigt, die „stark nach Kommunismus“ rieche. Warum, weil darin von der Erziehung der Jugend zu „Patriotismus und Arbeitsfreude“ die Rede ist.

Nun kann man zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, stehen, wie man will – genauso wie zum künftigen US-Präsidenten Donald Trump oder zur französischen Patriotin Marine Le Pen, die im Frühjahr aller Voraussicht nach in die Präsidenten-Stichwahl einziehen wird. Und natürlich kann man den Brexit gut finden oder auch nicht.

Interessant bei den vier genannten Fällen ist, dass es sich dabei um die vier Signatarmächte des österreichischen Staatsvertrages handelt, also wohl um die wichtigsten Staaten, die gewissermaßen für die Unabhängigkeit und Souveränität der Zweiten Republik bürgen. Und noch interessanter ist, dass in diesen Tagen in Österreich nur eine politische Kraft zu den genannten Repräsentanten dieser vier Staatsvertragsmächte positive Kontakte hat. Nämlich die ach so bösen „Rechtspopulisten“ aus der großen freiheitlichen Oppositionspartei.

Während also die etablierten politischen Parteien, insbesondere die beiden Regierungsparteien, zu den Staatsvertragsmächten, insbesondere zu den USA und zu Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion in den nächsten Jahren wohl ein eher zwiespältiges Verhältnis haben werden, verfügt die große Oppositionspartei hier über zunehmend konstruktive Kontakte. Das ganze Gerede, dass Österreich außenpolitisch isoliert wäre, hätte sich der freiheitliche Präsidentschaftskandidat durchgesetzt, oder für den Fall eines Wahlsieges der Strache-FPÖ bei kommenden Nationalratswahlen negiert diese Entwicklung.

[Text: A.M. Bild:FPÖ]