Die Anzeichen für einen Wechsel an der Spitze der ÖVP gibt es ja schon seit geraumer Zeit. Nicht zuletzt sind es die steigenden Beliebtheitswerte des Außenministers seit seiner „harten“ Linie in der „Asylfrage“, die Kurz immer wieder als Spitzenkandidaten der ÖVP für die nächsten Nationalratswahlen ins Spiel gebracht hatten. Und dieser sollte auch nach Aussage Mitterlehners der Parteiobmann sein. Dass die Nationalratswahlen vorgezogen werden steht, trotz aller Dementi von SPÖ-Bundeskanzler Kern, mittlerweile auch praktisch fest. Spätestens seit dem die EU infolge des Brexit ihren Vorsitzfahrplan geändert hat. Demzufolge wird Österreich Mitte 2018 den Vorsitz übernehmen. Das wäre genau der Zeitraum in dem der Wahlkampf an seinem Höhepunkt wäre, würde die volle Legislaturperiode durchgearbeitet. Nachdem für das Vorsitzhalbjahr umfangreiche Vorbereitungen zu treffen sind, muss die neue Regierung zumindest ein halbes Jahr vorher feststehen.

Folglich wird wohl bereits 2017 im Frühsommer gewählt werden. Das heißt, dass der neue ÖVP-Obmann möglichst am Höhepunkt seines Vertrauensvorschusses sein muss, um einen optimalen Wahlkampf bestreiten zu können. Damit bietet sich der Obmannwechsel für den Zeitraum Jänner/Februar 2017 an. Das korrespondiert auch mit dem Terminplan für die Rochade an der Spitze der Bundeswirtschaftskammer. Präsident Christoph Leitl (67) hat ja bereits angekündigt, nicht die volle Periode bis 2020 bleiben zu wollen. Wie aus ÖVP-Kreisen verlautet, soll der Wechsel an der Spitze der WKO mit dem Jahreswechsel 2016/2017 erfolgen. Und als Nachfolger wäre der langjährige Wirtschaftskämmerer Reinhold Mitterlehner der absolute Wunschkandidat.

Mit dieser Rochade hätte der jetzige Vizekanzler auch einen würdigen Abgang aus der Regierung, einen würdigeren jedenfalls, als die meisten seiner Vorgänger.

 

[Text: W. T.; Bild: Dragan Tatic/Bundesministerium für Europa, Integration und Äusseres]