Als im Mai der bundesdeutsche Innenminister Thomas de Maiziere die Polizeiliche Kriminalstatistik vorstellte, wurde deutlich, dass die Zahl von Einbrüchen 2014 stark angestiegen war. Insgesamt 167.136 Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche wurden registriert, 15.000 mehr als im Jahr zuvor. Laut Innenministerium war der Anstieg „vor allem reisenden Banden“ geschuldet, die sich immer weiter professionalisierten: „Es hat sich gezeigt, dass die Vielzahl der Taten und das professionelle Vorgehen den Methoden der organisierten Kriminalität entsprechen.“

Auf einem CDU-Sicherheitsforum äußerte sich jetzt der CDU-Innenexperte im Bundestag Wolfgang Bosbach zu der Problematik. Er gab zu, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Einbrüche und dem Wegfall der Grenzkontrollen zu Osteuropa seit 2007 gebe, was von Spitzenpolitikern bisher immer in Abrede gestellt wurde. „Wir hatten von 1994 bis 2007 einen stetigen Rückgang bei Wohnungseinbrüchen bundesweit, seit 2007 ist es umgekehrt“, so Bosbach.

Besonders betroffen von dieser Entwicklung sind die Einwohner der Grenzregion zu Polen, da, so Bosbach, mit der Erweiterung des Schengenraumes auch die EU-Außengrenzen löchriger geworden seien. „Dem Bundeskriminalamt liegen Zahlen vor, dass etwa 40 Prozent dieser Delikte von ausländischen Banden begangen werden“, erklärte Bosbach, der aber auch zugab, dass sich an der Situation und der geringen Aufklärungsquote von gerade einmal 14 Prozent in der nächsten Zeit nichts ändern werde, da die Bundespolizei nicht erst seit der sogenannten Flüchtlingswelle im Herbst 2015 „an der Belastungsgrenze“ arbeitet. Zwar habe man nun beschlossen, weitere 3.000 neue Polizisten einzustellen, diese würden aber wegen der Ausbildung erst ab 2019 zur Verfügung stehen.

 

[Text: M. H.; Bild: Superbass / CC-BY-SA-3.0 Wikimedia Commons]