Einmal mehr verlangt der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán eine konsequente Asylpolitik der Europäischen Union. Gegenüber den ungarischen Nachrichtenportal „Origo“ sagte der rechtskonservative Regierungschef, die EU müsse große Lager in Drittstaaten errichten und dorthin illegale Einwanderer, die von Gutmenschen als „Flüchtlinge“ bezeichnet werden, abschieben: „Alle, die illegal zu uns gekommen sind, sollten festgenommen und weggebracht werden.“ Die Lager können auf einer Insel oder in irgendeinem Abschnitt der nordafrikanischen Küste liegen“, fügte er hinzu.

Auch fordert Orbán, dass die Lager von einem bewaffneten Sicherheitsdienst, der mit EU-Geld finanziert wird, bewacht werden sollen. In den Lagern sollen die Betroffenen die Möglichkeit haben, Asylanträge zu stellen. In die EU sollen sie erst dann weiterreisen können, wenn sie ein EU-Land aufnimmt. Mit dieser Maßnahme soll jene Form des Asylmissbrauchs unterbunden werden, wonach abgelehnte Asylwerber einfach im Land bleiben. Wie groß dieses Problem inzwischen geworden ist, zeigt sich in Deutschland. Wie die „Bild“-Zeitung berichtete, befanden sich im Juni 549.209 abgelehnte Asylwerber im Land – mehr als 400.000 bereits seit mehr als sechs Jahren!

Wie Orbán bereits im August mitteilte, soll der Schutz der Schengen-Außengrenze zu Serbien und Kroatien weiter verbessert werden. Der Zaun mit Stacheldraht soll bald durch eine Mauer ergänzt werden. Die technischen Pläne sind in Arbeit, zum gegenwärtigen Zaun wird eine ernsthaftere technische Anlage kommen", sagte der Ministerpräsident im staatlichen Rundfunk. Und diese technische Anlage wird „gegebenenfalls auch mehrere Hunderttausend Menschen auf einmal aufhalten können.“

 

[Text: B. T.; Bild: Joachim Seidler/wikimedia.org]