Der ORF vergleicht sich gerne mit der BBC des Vereinigten Königreichs. Diese gilt als Maßstab für Objektivität und Seriosität. Dass der ORF meilenweit davon entfernt ist, hat gestern einmal mehr die Sendung im Zentrum unter Beweis gestellt. Mit EU-Kommissar Johannes Hahn, dem grünen EU-Parlamentarier Michel Reimon und Melissa Flemming, der Sprecherin von UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) diskutierte unter Leitung von Ingrid Thurnher auch der ungarische Staatssekretär Gergely Pröhle. Es war klar, dass er zum Sündenbock in der aktuellen Flüchtlingsproblematik gestempelt werden sollte.

Ein Unterfangen, das jämmerlich misslang. Mit ruhiger, souveräner Art setzte er sachlich die aktuelle Situation auseinander. „Ungarn vollziehe die EU-Vorschriften, nach denen es die EU-Außengrenze zu schützen habe, ferner ist es seine Aufgabe ankommende Flüchtlinge oder Migranten, wie jene zu bezeichnen sind, die es sich nur wirtschaftlich verbessern wollen, zu registrieren und infolge ihre Anträge zu prüfen. „Nichts anderes habe seine Regierung vorgehabt“, erklärte er die ungarische Position völlig korrekt und im Einklang mit allen internationalen und EU-internen Rechtsvorschriften.

Nachdem die anderen Diskussionsteilnehmer keinerlei Argumente dagegen mehr vorbringen konnten und Kommissar Hahn angekündigt hatte, dass die EU künftig 6.000 Euro pro Flüchtling zur Verfügung stellen würde, entblödete sich die ohnehin schon äußerst parteiisch agierende Diskussionsleiterin Thurnher nicht, den ungarischen Gast mit der Frage zu brüskieren, dass sich die ungarische Regierung mit Geld doch wohl überzeugen lassen würde.

Noch peinlicher wurde es, als ein Interview mit dem ungarischen Präsidenten Viktor Orban eingeblendet wurde. Der ORF-Korrespondent Gelegs wirkte nicht nur völlig unvorbereitet, sondern wiederholte auch noch seine bereits beantworteten dümmlichen Fragen. So im Falle des Schießbefehls, den er Orban unterstellen wollte, für den Fall, dass Leute den Zaun an der Südgrenze überklettern sollten. Primitiver geht es wohl nicht mehr, und es ist ein Wunder und zweifellos nur der Höflichkeit Orbans zu verdanken, dass er den ORF-Redakteur nicht gleich hochkant hinausbefördert hat, wie es ihm eigentlich gebührt hätte

Wie bereits im innenpolitischen Bereich, versucht sich der ORF nun auch auf internationaler Ebene als Meinungsmacher und Manipulator der Sachverhaltsdarstellung. Mit unseren Gebühren und Subventionen aus Steuergeldern schadet er solcherart dem internationalen Ansehen Österreichs.

 

W. T.

 

 

 

(Bild: Screenshot ORF)