Gerade rechtzeitig eine Woche vor der Wahl in Niederösterreich wurde der Spitzenkandidat der FPÖ NÖ Udo Landbauer vom ORF regelrecht vorgeführt. Ein Liederbuch der Mittelschulverbindung Germania Wiener Neustadt enthält ein Lied mit einer rassistischen Strophe. Landbauer war Mitglied dieser pennalen Burschenschaft, er hatte mit dem Liederbuch nichts zu tun. Bei dessen Entstehung war er gerade einmal 11 Jahre alt.

Es hilft nichts, dass er versicherte, das Lied gar nicht gekannt zu haben, weil der Text längst geschwärzt war, als er in die Germania eintrat. Ganz offen wurde sein Rücktritt gefordert und die Liederbuchaffäre als FPÖ-Skandal in allen erdenklichen Sendungen des ORF dargestellt. Ebenso verkündete der ORF, dass die Staatsanwaltschaft bereits gegen die vier Personen ermitteln würde, die als die Urheber des Liederbuches in dessen Impressum stehen würden. Der ORF bringt ein Exemplar des Liederbuches auch immer wieder ins Bild. Das heißt, der Redaktion war bekannt, um wen es sich dabei handelte.

Nun, nach der Wahl, hat sich herausgestellt, dass eine dieser Personen ein hochrangiger sozialdemokratischer Beamter war. Er wurde, selbstverständlich erst nach der Wahl, von der SPÖ ausgeschlossen. Der ORF, dem die Teilnahme des Sozialisten im gleichen Augenblick bekannt war, als er versuchte, eine Verbindung des Freiheitlichen Landbauer zum Liederbuch herzustellen, hat sich darüber ebenso ausgeschwiegen wie der Falter, die Zeitschrift, bei der der Skandal seinen Ausgang nahm.

Was dem privatrechtlichen Medium Falter erlaubt ist, nämlich Informationen zurückzuhalten, darf der ORF noch lange nicht. Das Verschweigen der SPÖ-Beteiligung an der Produktion des Liederbuches ist ein klarer Verstoß gegen das ORF-Gesetz.

Und das ist im Falle der Niederösterreich-Wahl nicht einmal der einzige. Am Donnerstag vor der Wahl wurde ein niederösterreichischer SPÖ-Funktionär verhaftet, der der Kinderschänderei bezichtigt wird und auch der Wiederbetätigung im Sinne des Verbotsgesetzes. Auch mit dieser Meldung wartete der ORF, bis die Wahl gelaufen war. Es durfte ja der SPÖ nicht geschadet werden. Die FPÖ und ihre Mandatare dagegen werden mit Mutmaßungen und Unterstellungen in einer regelrechten Hetze vorverurteilt und durch den Dreck gezogen, mit der eindeutigen Absicht, die Wähler zu beeinflussen.

So also funktioniert der so oft in den Mund genommene Qualitätsjournalismus der linken Redaktionsschickeria.

[Text: W. T.; Bild: orf.at]