Die Wahlkarten sind noch nicht einmal ausgezählt, als der ORF bereits eine Gebührenerhöhung verkündet. Insgesamt sollen damit mittelfristig 70 Millionen Euro mehr dem staatlichen ORF zufließen. Den Gebührenzahlern wird das 15 Euro pro Jahr oder je nach Bundesland zwischen 7 und 10 Prozent an Mehrbelastung bringen.

Die Forderung der ORF-Führung muss noch vom Stiftungsrat abgesegnet werden. Die Zustimmung gilt als sicher. Schließlich handelt es sich bei diesem Gremium um einen Personenkreis, der mit der massiven Unterstützung Van der Bellens im Wahlkampf durch den ORF durchaus zufrieden sein wird. Allen voran Hans Peter Haselsteiner. Seine Hetzkampagne gegen Norbert Hofer fand in der ORF-Berichterstattung (kostenfrei) beste Unterstützung.

Die zweite Unverschämtheit ist der Zeitpunkt. Der ORF hat mit der Verkündung der Gebührenerhöhung gewartet, bis sich die Wähler nicht mehr wehren konnten. Wäre das im Zuge des Wahlkampfes gewesen, hätte der eine und andere seinen Unmut darüber an der Wahlurne ausgelassen, schließlich war die (gesetzeswidrige) Parteiennahme des ORF für Van der Bellen unverkennbar.

 

[Text: W. T.; Bild: Österreichischer Rundfunk/wikimedia.org]