Im Zuge der Berichterstattung des ORF versuchte der hinreichend bekannte ORF-Moderator Armin Wolf, den Spitzenkandidaten der FPÖ für die NÖ Landtagswahl, Udo Landbauer, als üblen „Neo-Nazi“ vorzuführen. Anlass war dafür das „zeitgerechte“ Auftauchen einer Liederfibel der pennalen Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt, nachdem Landbauer glaubhaft versicherte, damit nichts zu tun zu haben. Er war bei der Entstehung des Liederbuches gerade einmal 11 Jahre alt und hatte selbst nur mehr die Version kennengelernt, in der das inkriminierende Lied nicht mehr enthalten bzw. geschwärzt war.
Wolf konfrontierte ihn darauf hin mit einem Lied, dass „er nicht zitieren wollte, weil es so ekelhaft wäre“. Es handelte sich dabei um ein Schmählied zum Aufstand gegen Diktator Machado 1933 und auf die kubanische Revolution 1953 mit dem Titel „Negeraufstand in Kuba“ und fand Verbreitung durch christliche Pfadfindergruppen.
Das Volksliedarchiv schreibt dazu: „Womöglich wird hier versucht, den Rassismus aus Kolonialzeit und Nationalsozialismus durch eine groteske Übertreibung ins Klamaukhafte zu überwinden? Der Teufel wird quasi an die Wand gemalt, damit er seinen Schrecken verliert und lächerlich gemacht werden kann. Besingen also die jugendlichen Pfadfinder in der Bundesrepublik frech die unausgesprochenen Ängste ihrer Eltern, dass die Opfer sich nach Überwindung des Kolonialismus und dem Ende des Faschismus an den Tätern rächen werden?“
Bereits 2003 wurde dem damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) im „Profil“ vorgeworfen, dieses Lied, vor dem sich Armin Wolf so ekelt, in seinem Liederbuch der Katholischen Jugend „Halleluja Lieder und Songs“ verwendet zu haben.
Man kann also in der „Liederbuchaffäre“ durchaus von „Aufdeckung“ sprechen. Allerdings in ganz anderer Hinsicht: Sie deckt auf, wie der ORF und Armin Wolf versuchen, in den Niederösterreichischen Wahlkampf einzugreifen und welcher fragwürdiger Mittel und Methoden sie sich dabei bedienen.

[Text: W. T.; Bild: Landbauer, www.fpoe-noe.at/]