Wie ein Bericht des Bundekriminalamtes (BKA) nun aufzeigt, ist die organisierte Kriminalität in Deutschland fest in ausländischer Hand. Von den insgesamt 8.675 Tatverdächtigen sind zwei Drittel ausländische Staatsangehörige. Zudem wird die organisierte Kriminalität in Deutschland stark von international agierenden Gruppen geprägt, denn 80 Prozent der Ermittlungsverfahren weisen den Angaben zufolge internationale Bezüge auf. Zwar hat sich die Zahl der Ermittlungsverfahren kaum verändert, 2015 waren es 566, im Jahr davor 571, aber Bundesinnenminister Thomas de Maiziere gab zu, dass es wohl eine „hohe Dunkelziffer“ gebe.

Von den Ermittlungsverfahren beschäftigen sich 36,7 Prozent mit Rauschgiftkriminalität, gefolgt von Eigentumsdelikten mit 14,8 Prozent und Wirtschaftskriminalität mit 11,8 Prozent. Die Ermittlungsergebnisse aus der organisierten Kriminalität will das BKA vermehrt zur Terrorabwehr nutzen. Dies betreffe etwa den Waffenhandel, Schleuserkriminalität und Dokumentenfälscher, sagte BKA-Präsident Holger Münch bei der Vorstellung des „Bundeslagebilds organisierte Kriminalität“ für das Jahr 2015. Vor allem bei diesen Delikten könnten sich Schnittstellen zur Bekämpfung des Terrorismus ergeben. Von den 566 Ermittlungsverfahren gegen organisierte Kriminalität 2015 hatten sich 46 um Schleuserkriminalität gedreht (2014: 35), um Fälschungen ging es in 16 Fällen (2014: 22) und um Waffenhandel oder -schmuggel wie im Jahr zuvor in fünf Fällen. Daher hat in diesem Jahr die Bundesregierung auch eine Gesetzesreform auf den Weg gebracht, um ein wirksameres Mittel zur Bekämpfung in der Hand zu haben. So ist es nun den Sicherheitsbehörden erlaubt, Vermögen unklarer Herkunft künftig einzuziehen, auch wenn die konkrete Straftat, aus der die Gelder gewonnen wurden, nicht nachweisbar ist.

 

Text: M. H.; Bild: Shane T. McCoy/US Marshals/flickr]