Elf Tote und dutzende Verletzte forderte am Montag ein Selbstmordanschlag auf die U-Bahn von Sankt Petersburg. Weil eine zweite Bombe rechtzeitig entschärft werden konnte, wurde Schlimmeres verhindert. Auch wenn noch kein Bekennerschreiben vorliegt, ist von einem islamistischen Terroranschlag auszugehen. Denn beim Selbstmordattentäter soll es sich um Akbarschon Dschalilow, einem 23-jährigen russischen Staatsbürger, der aus der zentralasiatischen Republik Kirgistan stammt, handeln. Dschalilow soll, wie Nachrichtenagenturen melden, einen islamistischen Hintergrund haben.

Des Weiteren mehren sich die Hinweise, dass Dschalilow kein Einzeltäter war. So zitierte die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS eine Quelle, laut der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten.

Anders als bei ähnlichen islamistischen Anschlägen in westlichen Ländern scheint sich das Mitgefühl mit Sankt Petersburg in Grenzen zu halten. Das trifft besonders auf Berlin zu. So wurde das Brandenburger Tor nicht mit den Farben der russischen Flagge angestrahlt. Hingegen wurden nach den Terroranschlägen von Brüssel, Paris, Istanbul, London und Jerusalem die jeweiligen Landesfarben auf das Wahrzeichen Berlins projiziert. Und nach dem Massaker eines Islamisten in einem von Homosexuellen frequentierten Klub in Orlando in den USA zierte die sogenannte Regenbogenfarbe das Brandenburger Tor.

Dass nun das Brandenburger Tor nicht mit den Farben der russischen Flagge angestrahlt wurde, begründet die Berliner Senatskanzler mit einer Entscheidung des regierenden Bürgermeisters vom März, wonach „nur infolge eines Terroraktes in einer Partnerstadt das Brandenburger Tor angestrahlt wird“. Zwar sind Jerusalem und Orlando keine Partnerstädte Berlins, allerdings handelt es sich bei diesen Orten, wie der Sender RBB aus der Senatskanzlei erfahren hat, um „Orte, zu denen Berlin eine besondere Beziehung hat“. Das sei „bei Jerusalem der Fall und auch bei Orlando als Regenbogenstadt“. Somit dürfte die Entscheidung, die russischen Nationalfarben nicht auf das Brandenburger Tor zu projizieren, einen politischen Hintergrund haben: In Russland hat der Schutz von Ehe und Familie Vorrang vor den Interessen der internationalen Homosexuellen-Lobby.

 

[Text: B. T.; Bild: Pedelecs/wikimedia.org]