Eigenartig eigentlich, dass sich die Erde noch immer um die Sonne dreht und die Welt nicht schon längst untergegangen ist. Gründe gäbe es ja mehr als genug. So meint die ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland und jetzige Beauftragte für Holocaust-Gedenken des World Jewish Congress Charlotte Knobloch, der Einzug der AfD in den Bundestag sei einverheerender Einschnitt in der Geschichte des Parlaments“. „Ich sorge mich um unsere Demokratie und unser Land“, so Knobloch, die fürchtet, dass die AfD die politische Debatte und Kultur verändern könnte. „Das schadet dem Ansehen Deutschlands in der Welt“, will die ehemalige Ratsvorsitzende wissen.
Auch die Grünen, zumindest die in Deutschland, die sitzen bekanntlich ja noch im Parlament, fallen, obwohl sie sich sonst gern friedliebend und pazifistisch geben, mit markigen Sprüchen gegen die AfD auf. „Sobald die AfD eine Grenze überschreitet in Richtung Rassismus, in Richtung völkischer Sprüche, muss man vorgehen“, so Grünen-Chef Cem Özdemir, denn „das ist eine wichtige Einrichtung in der Demokratie, die steht nicht zur Verfügung für Ulk, für Klamauk …“, weiß der Grüne, wobei man sich dann fragt, was seine Partei dann darin zu suchen hat.
Eine Autorin der linksextremen TAZ sieht bei der Diskussion um die Einführung islamischer Feiertage in Deutschland „Panik bei Kartoffeln“. Dabei wird die 1991 geborene iranischstämmige Hengameh Yaghoobifarah mehr als deutlich, was sie von Deutschland und seiner Kultur hält. „Der deutsche Hass auf Muslim_innen und die Paranoia vor einer – was auch immer das sein soll – Islamisierung der deutschen Dreckskultur (sic!) hält Kartoffeln davon ab, ein schöneres Leben zu führen. Lieber eine Schweinefleisch-Lobby gründen, als halal-Fleisch in ihrer Kantine akzeptieren“, so Yaghoobifarah. Diese Tiraden lassen sich nicht einmal als sprachliche Mittel abtun – und man stelle sich vor, ein Deutscher würde das über islamische Kultur schreiben…

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